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DHL E-Commerce Trends Report 2026: Wenn die KI den Einkauf übernimmt

E-Commerce Trends Report 2026

Wer im Onlinehandel wachsen möchte, muss verstehen, wie sich das Verhalten der Käufer:innen verändert – und das geschieht aktuell schneller, als viele Shops mithalten können. Genau diese Lücke zwischen Erwartung und Angebot rückt der neue DHL E-Commerce Trends Report 2026 ins Zentrum.

Drei Entwicklungen prägen ihn besonders: Künstliche Intelligenz wird vom Helfer zum Entscheider, Out-of-Home-Zustellung entwickelt sich zum Standard, und immer mehr Konsument:innen werden selbst zu Verkäufer:innen. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und ordnen ein, was sie für Händler:innen und ihre Logistik bedeuten.

Worauf basiert der DHL E-Commerce Trends Report 2026?

Für die diesjährige Ausgabe hat DHL eCommerce 29.000 Online-Shopper:innen und 5.800 E-Commerce-Unternehmen befragt – verteilt auf 29 Länder in Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Subsahara-Afrika. Erstmals fließt zusätzlich die Einschätzung des Zukunftsforschers Tom Cheesewright ein, der die Befunde in längerfristige Prognosen übersetzt.

Der besondere Wert des Reports liegt in der Doppelperspektive: Er stellt die Sicht der Käufer:innen und die der Unternehmen direkt nebeneinander. So wird sichtbar, wo beide Seiten auseinanderdriften.

Genau diese Diskrepanz ist für viele Händler:innen zur Wachstumsbremse geworden. Reine Geschwindigkeit beim Bestellabschluss reicht nicht mehr aus – gefragt sind Vertrauen im Checkout, flexible Bezahloptionen und komfortable, lokal passende Zustelllösungen.

Die wichtigsten E-Commerce Trends 2026

Trend 1: Übernimmt die KI bald den Einkauf?

Die wohl folgenreichste Erkenntnis betrifft die Rolle von KI im Kaufprozess. Sie wandelt sich vom unterstützenden Werkzeug zur Instanz, die Entscheidungen aktiv trifft.

Fast ein Drittel würde der KI das Steuer überlassen

  • Bereitschaft wächst: 29 % der Konsument:innen würden in den nächsten fünf Jahren einer KI die Kontrolle über ihre Einkäufe überlassen. In der Generation Z sind es 33 %, bei den Millennials sogar 36 %.
  • Unternehmen rechnen mit dem Wandel: 59 % erwarten, dass Kund:innen künftig über virtuelle Assistenten suchen und kaufen. 73 % planen, generative KI in den kommenden fünf Jahren stärker einzusetzen.
  • Vertrauen bleibt die Hürde: 48 % der Käufer:innen äußern Bedenken – vor allem mit Blick auf Datenschutz und Vertrauen.

Welche KI-Funktionen schon heute Alltag sind

Wie tief KI bereits im Onlinehandel verankert ist, zeigt der Blick auf einzelne Funktionen. Auf Käuferseite zählen Produktbewertungen und -bilder, Chatbots im Kundenservice sowie der Preisvergleich zu den am häufigsten genutzten Anwendungen.

Unternehmen setzen vor allem auf Personalisierung, Chatbots und KI-gestützte Produktdarstellung. Weniger verbreitet sind dagegen sprachgesteuerte Suche, automatische Nachbestellung und virtuelle Anproben – hier liegt noch Potenzial.

Vom Onlineshop zur „Bot Front“

Cheesewright geht noch einen Schritt weiter: Er erwartet, dass Unternehmen künftig statt klassischer Websites oder Apps sogenannte „Bot Fronts“ betreiben.

Diese KI-gestützten Systeme würden direkt mit den persönlichen Assistenten der Konsument:innen verhandeln, um individuelle Angebote und die besten Konditionen auszuhandeln. Der nächste Kunde, der in einem Shop „anklopft“, wäre in dem Fall womöglich gar kein Mensch mehr.

Trend 2: Wird Out-of-Home zum neuen Lieferstandard?

Trotz aller Technologie entscheidet sich der Kaufabschluss weiterhin oft an ganz handfesten Faktoren – an Lieferung, Retoure und Bezahlung. Komfort und Flexibilität sind dabei die treibenden Kräfte.

Komfort entscheidet über den Kaufabschluss

  • 20 % der Befragten geben an, dass schnellere Lieferzeiten sie eher zum Kauf bewegen würden.
  • Drei von zehn greifen mittlerweile gezielt auf Out-of-Home-Optionen wie Paketshops und Paketautomaten zurück, um ihren Alltag besser zu organisieren.
  • 7 von 10 Käufer:innen nennen Vertrauen und die Wahl des Versandpartners als entscheidende Kriterien bei der Markenwahl.

Die Nachfrage nach flexiblen Lieferoptionen wird weiter steigen und den Ausbau von Out-of-Home-Lösungen für Zustellung und Retouren vorantreiben.

Tom Cheesewright
Zukunftsforscher

Wo Erwartung und Angebot auseinandergehen

Besonders deutlich wird die Erwartungslücke beim Bezahlen. 62 % der Käufer:innen brechen einen Kauf sofort ab, wenn ihre bevorzugte Zahlungsmethode fehlt – doch nur 45 % der Unternehmen sehen darin einen wesentlichen Grund für Kaufabbrüche.

Kostenlose Lieferung und Retoure bleiben starke Kaufanreize. Sie stellen Händler:innen mit Blick auf Kosten und Margen aber vor anhaltende Herausforderungen.

Trend 3: Vom Shoppen zum Verkaufen: Wird Second Hand Mainstream?

Die Grenze zwischen Käufer:in und Verkäufer:in verschwimmt. Der Handel unter Privatpersonen (C2C) über Online-Marktplätze ist längst kein Nischenphänomen mehr, sondern Teil des Alltags.

Jede:r Zweite hat schon etwas verkauft

  • 52 % der Konsument:innen haben bereits etwas über einen Online-Marktplatz verkauft. Bei den Millennials sind es 62 %, in der Generation Z 58 %, bei den Babyboomer:innen 35 %.
  • Im weltweiten Vergleich verkaufen Europäer:innen am aktivsten: 57 % tun dies regelmäßig.
  • 45 % kaufen Second-Hand- oder generalüberholte Produkte aus Umweltgründen, weitere 15 % ziehen es in Betracht.

Was der Ländervergleich zeigt

Wie verbreitet der Wiederverkauf in den aktivsten Märkten ist, zeigt der Ländervergleich: In den Top 10 geben zwischen 57 % und 67 % an, schon einmal über einen Online-Marktplatz verkauft zu haben – an der Spitze Deutschland und die Niederlande mit jeweils 67 %.

Auffällig ist die bevorzugte Versandart: In den meisten Ländern dominieren Out-of-Home-Optionen wie Paketshops und Paketautomaten. Der C2C-Trend und der Wunsch nach flexibler Zustellung verstärken sich also gegenseitig.

Nachhaltigkeit wird zur Erwartung

Für Unternehmen entsteht damit eine neue Wettbewerbssituation: Konsument:innen sind zugleich Zielgruppe und Konkurrenz.

Innerhalb des nächsten Jahrzehnts werden rund drei Viertel der Erwachsenen Möbel, Mode und Technik über Marktplätze weiterverkaufen.

Tom Cheesewright
Zukunftsforscher

Zugleich verändert sich, was Kund:innen als selbstverständlich voraussetzen. Eine Logistik mit reduziertem CO₂-Fußabdruck galt lange als Differenzierungsmerkmal – für 42 % der Befragten wird sie in den nächsten fünf Jahren schlicht zur Erwartung.

Die Fähigkeit, Kundenbedürfnisse zu verstehen und darauf zu reagieren, war schon immer ein Erfolgsfaktor – doch unser neuer E-Commerce Trends Report zeigt, dass KI diesen Wettbewerbsvorteil jetzt in rasantem Tempo neu definiert. Konsumenten können innerhalb von Millisekunden das beste Angebot identifizieren, und Händler gewinnen Erkenntnisse, die es ihnen ermöglichen, sofort auf eine veränderte Nachfrage zu reagieren. Für die Betreiber der Logistikinfrastruktur hinter dem E-Commerce eröffnet KI neue Dimensionen an Geschwindigkeit, Flexibilität und Präzision. In dieser neuen Ära werden diejenigen gewinnen, die sich am schnellsten anpassen – und die Geschwindigkeit in bessere Kundenerlebnisse übersetzen.

Pablo Ciano
CEO DHL eCommerce

Was bedeuten die Trends für DHL und die Logistik?

DHL dokumentiert die Entwicklungen im E-Commerce nicht nur, sondern setzt sie bereits in die Praxis um.

Entscheidende Faktoren für einen Kaufabschluss

Out-of-Home in der Praxis: das Beispiel Schweden

Ein gutes Beispiel ist Schweden, wo DHL Freight neben der klassischen Straßenfracht auch das E-Commerce-Geschäft sowie die landesweiten B2B- und B2C-Paketdienste verantwortet.

Gerade beim Out-of-Home-Trend zahlt sich ein dichtes Netz aus. In Schweden umfasst es rund 2.000 Paketshops und über 1.000 Paketautomaten – und bis zu 5.000 weitere sollen in den nächsten zwei Jahren folgen. Ergänzt wird das Angebot um Pilotprojekte wie die mobile Paketstation Smarcel in Stockholm. So lassen sich die im Report beschriebenen Erwartungen an Flexibilität und Komfort direkt bedienen.

Emissionen reduzieren – konkret statt pauschal

Auch die wachsende Erwartung an emissionsärmere Logistik greift DHL auf. Mit dem Produkt GoGreen Plus können Versender:innen die mit ihren Sendungen verbundenen Emissionen durch Maßnahmen wie den Einsatz alternativer Kraftstoffe reduzieren.

Übergeordnet verfolgt die DHL Group das Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen in der Logistik zu erreichen – ein Anspruch, der die im Report sichtbaren Kundenerwartungen langfristig untermauert.

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Onlinehandel im Wandel: Wer sich anpasst, gewinnt

KI, die mitentscheidet, Out-of-Home als neuer Normalfall und Konsument:innen, die selbst zu Händler:innen werden – der DHL E-Commerce Trends Report 2026 zeichnet das Bild eines Marktes, der sich rasant neu sortiert. Der rote Faden durch alle drei Trends ist die Lücke zwischen dem, was Käufer:innen erwarten, und dem, was viele Shops heute liefern.

Wer diese Lücke schließt, verschafft sich einen Vorsprung. Entscheidend ist eine Logistik, die Geschwindigkeit, Vertrauen und Flexibilität verbindet – über den gesamten Weg vom Checkout bis zur Retoure.

Genau hier sehen wir uns als Partner, der Händler:innen mit Erkenntnissen, Erfahrung und passenden Lösungen zur Seite steht.

Den vollständigen Report gibt es zum kostenlosen Download (in englischer Sprache). Einen Rückblick auf die Vorjahresausgabe finden Sie im Beitrag zum E-Commerce Trends Report 2025.

FAQs zu den E-Commerce Trends 2026

Was ist der DHL E-Commerce Trends Report 2026?

Der DHL E-Commerce Trends Report 2026 ist eine globale Studie von DHL eCommerce, die das Verhalten von 29.000 Online-Shopper:innen und 5.800 Unternehmen in 29 Ländern untersucht. Er zeigt die wichtigsten Veränderungen im Onlinehandel – von KI über Zustellung bis Second Hand – und liefert Händler:innen praktische Orientierung für die kommenden Jahre.

Wird KI im Onlinehandel bald Kaufentscheidungen treffen?

Laut Report ist das wahrscheinlich: 29 % der Konsument:innen würden in den nächsten fünf Jahren einer KI die Kontrolle über ihre Einkäufe überlassen, in der Generation Z sind es 33 %. Gleichzeitig erwarten 59 % der Unternehmen, dass Kund:innen künftig über virtuelle Assistenten nach Produkten suchen und sie kaufen.

Warum wird Out-of-Home-Zustellung für Onlinehändler:innen wichtiger?

Out-of-Home-Zustellung an Paketshops und Paketautomaten gewinnt an Bedeutung, weil Käufer:innen Komfort und Flexibilität erwarten: Drei von zehn nutzen solche Optionen bereits gezielt. Da zugleich 7 von 10 Vertrauen und die Wahl des Versandpartners als entscheidende Kriterien nennen, wird ein zuverlässiges, flexibles Zustellnetz zum echten Wettbewerbsfaktor.

Was bedeutet der C2C-Trend für E-Commerce-Unternehmen?

Der wachsende Handel unter Privatpersonen verändert die Wettbewerbssituation: 52 % der Konsument:innen haben bereits über Online-Marktplätze verkauft, in Europa sogar 57 %. Damit werden Kund:innen zugleich zur Konkurrenz. Für Unternehmen heißt das, sich stärker über Service, Vertrauen und eine reibungslose Logistik zu differenzieren.

Welche Rolle spielt emissionsärmere Logistik im Report 2026?

Eine zunehmend zentrale: Für 42 % der Befragten wird eine Logistik mit reduziertem CO₂-Fußabdruck in den nächsten fünf Jahren zur Grunderwartung statt zum Bonus. Zudem kaufen 45 % Second-Hand- oder generalüberholte Produkte aus Umweltgründen. Emissionsärmere Versandoptionen entwickeln sich so vom Differenzierungsmerkmal zum Standard.

Patrick Möller

Content Creation

Patrick Möller ist Autor für DHL Freight Connections. Als Teenager hat er als Redakteur Sammelkartenspiele und eSports-Events für unterschiedliche Medien begleitet. In seiner Ausbildung zum Marketingkaufmann entdeckte er schließlich seine Liebe zur Werbung – und zur Logistik. Seitdem verbindet er beides mit seiner Leidenschaft fürs Schreiben. Sammelkartenspiele spielt er übrigens immer noch.

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