Nachhaltigkeit / Lesezeit: ~ 3 Min.

Für eine zukunftsfähige Logistik: Dekarbonisierung in allen Gliedern der Supply Chain

DHL Freight und DHL Group teilen das ambitionierte Ziel, alle logistikbezogenen Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren. Als DHL Freight möchten wir das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Dekarbonisierung bei unseren Partnern stärken – und diese gemeinsam entlang der gesamten Lieferkette umsetzen. Wir unterstützen Sie als unsere Subunternehmer aktiv dabei, den Schadstoffausstoß Ihrer Fuhrparks nachhaltig zu minimieren.

Darum ist Dekarbonisierung eine zentrale Aufgabe der Logistik

Logistik und Transport bilden das Rückgrat der modernen Weltwirtschaft. Das beweist jeder Versorgungsengpass aufgrund gestörter Lieferketten aufs Neue. Mit der ökonomischen Bedeutung der Logistik wächst auch ihr Anteil an den globalen Schadstoffemissionen. Je nach Studie sind mindestens 5,5% der weltweiten CO2-Emissionen direkt auf logistische Prozesse zurückzuführen.

Logistikunternehmen sollten sich ihrer gewachsenen ökologischen Verantwortung stellen, unabhängig davon, ob sie groß oder klein, regional oder global tätig sind. Es ist daher unabdingbar, den eigenen CO2-Ausstoß einschätzen und Einsparpotenziale erkennen zu können – um schließlich Schadstoffemissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Durch neue und innovative Ansätze kann die Logistik einen zentralen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit des gesamten Wirtschaftssystems leisten.

Wie sich DHL Freight seiner Verantwortung stellt

Der Ausstoß von null Schadstoffemissionen in 2050 ist das übergreifende Ziel, dem wir uns Schritt für Schritt annähern. Bis 2030 möchten wir unseren CO2-Fußabdruck um 30% im Vergleich zu 2019 verringern. In absoluten Zahlen bedeutet das eine Verbesserung der Emissionsbilanz um 1,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Dabei setzen wir auf digitale Tools zur Optimierung von Lieferplänen, Touren- und Routenplanung. Intelligente Lösungen helfen uns, Lieferprozesse effizienter und damit nachhaltiger zu gestalten.

Ein Haupthebel für die Reduzierung von Emissionen im Straßengüterverkehr ist naturgemäß allerdings die Antriebstechnologie. Um bis 2030 30% CO2-Äquivalente einzusparen, müssen wir in etwa 6.000 umweltfreundliche Lkw einsetzen. Neben (Bio-) CNG, (Bio-) LNG und HVO-Antrieben, spielt dabei die Elektromobilität eine herausragende Rolle. Für den optimalen Betrieb von Elektro-Lkw befasst sich die DHL Freight damit, eine eigene Ladeinfrastruktur aufzubauen. Darüber hinaus führen wir, analog unserer grundsätzlichen Technologieoffenheit, Pilotprojekte mit Wasserstoff-Lkw durch.

Umstieg auf nachhaltige Antriebstechnologien

Sogar Diesel-Lkw können ökologisch optimiert werden. Beispielsweise durch Geschwindigkeitsbegrenzer, rollwiderstandsarme Reifen, Telematiksysteme, aerodynamische Auflieger oder Leerlaufabschaltung. Allerdings sind für eine effiziente Reduktion von Treibhausgasen zukunftsweisende und vor allen Dingen emissionsfreie Antriebstechnologien erforderlich. Emissionsarme Kraftstoffe wie (Bio-) LNG, (Bio-) CNG und HVO stellen bereits eine vielversprechende Übergangslösung dar, denn mit diesen alternativen Kraftstoffen lassen sich kurzfristig Emissionen reduzieren. Allerdings emittieren nur Elektro- und Wasserstofffahrzeuge keine direkten Schadstoffe und gelten somit als emissionsfrei.

Es sind genau diese emissionsfreien Fahrzeuge, die uns helfen, die Dekarbonisierung im Straßenverkehr voranzutreiben. Auch wenn die Verfügbarkeit von Elektro- und Wasserstoff-Lkw sowie die Ladeinfrastruktur derzeit noch begrenzt sind, sind wir fest davon überzeugt, dass diese beiden Technologien auch aufgrund verschiedener politischer Regelungen auf EU-Ebene, vorrangig vorangetrieben und die Weichen für eine Implementierung gestellt werden müssen.

Zu diesen politischen Vorgaben gehören die CO2-Emissionsnormen für schwere Nutzfahrzeuge, mit der die EU-Kommission beabsichtigt, die CO2-Emissionen von Lkw über sogenannte Flottengrenzwerte zu beschränken. Demzufolge sollen die Hersteller den durchschnittlichen CO2-Ausstoß neuer Lkw bis 2030 um 45%, bis 2035 um 65% und bis 2040 um 90% senken. Obwohl alternative Kraftstoffe bei den Vorgaben nicht vollständig ausgeschlossen werden, bedeutet dies, dass direkt-emissionsfreie Lkw, die mit Strom oder Wasserstoff betrieben werden, einen wachsenden Anteil des Angebots der Hersteller ausmachen und Verbrennungsmotoren im Laufe der Zeit zurückdrängen werden.

Förderprogramme für die Dekarbonisierung

Um die Implementierung emissionsfreier Lkw voranzubringen, existieren diverse Fördermöglichkeiten innerhalb der europäischen Länder, mit Hilfe derer sich die Preisdifferenz zwischen Diesel- und nachhaltigen Lkw finanzieren lässt.

Um die Dekarbonisierung im großen Stil voranzutreiben, hat die EU-Kommission 2023 den EU-Innovationsfonds ins Leben gerufen. Mit einem Budget von vier Milliarden Euro unterstützt der Fonds innovative Technologien zur Dekarbonisierung. Dabei wird nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Anwendung nachhaltiger Technologien gefördert. Dazu tragen auch nationale Förderprogramme zum Erwerb umweltfreundlicher Nutzfahrzeuge in den meisten EU-Mitgliedstaaten bei. Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach geeigneten Fördertöpfen.

DHL Freight unterstützt Subunternehmer und Carrier auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Damit wir gemeinsam mit unseren Servicepartnern nachhaltig wachsen, freuen wir uns auf Ihre Mithilfe. Sie können sich auf unsere Unterstützung verlassen, wenn es um mehr Nachhaltigkeit in Ihren Prozessen geht. Wir unterstützen Sie bei technologischen Fragen – beispielsweise in den Bereichen Elektrifizierung und Ladeinfrastruktur – auch bei administrativen Aspekten insbesondere hinsichtlich der diversen Förderprogramme, und wir unterstützen Spediteure bei der Sicherung von Rabatten bei Kraftstoffanbietern. Die Zukunftsinvestitionen jedes einzelnen Marktteilnehmers reduzieren Treibhausgase in der deutschen, europäischen und globalen Transportlogistik. Lassen Sie uns gemeinsam an das große Ganze denken.

Nachhaltige Geschäftspartner von DHL Freight können sich außerdem als Green Carrier zertifizieren lassen. Das Green Carrier Zertifizierungsprogramm für Servicepartner von DHL schafft Transparenz über Nachhaltigkeitsbemühungen und -fortschritte.

Eine solche Transparenz ist für beide Seiten von Vorteil. DHL Freight kann Treibhausgasemissionen genauer bilanzieren und reduzieren sowie die Entwicklung nachhaltiger Lösungen vorantreiben. Und Sie als unsere Servicepartner verbessern nicht nur Ihre eigene Ökobilanz, sondern können das Zertifikat für Marketingzwecke nutzen und sich als Vorreiter im Umweltschutz positionieren. Zudem können wir über das Green Carrier-Programm Leistungsangebote von Subunternehmern mit Kundenwünschen abgleichen, die explizit nach umweltfreundlichen Lösungen verlangen.

Infobox

Dekarbonisierung gemeinsam umsetzen

Wir möchten partnerschaftlich auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen Logistik voranschreiten. Unsere Kundschaft kann uns unterstützen, indem sie sich für die nachhaltigen Transport- und Versandalternativen der GoGreen Plus-Services von DHL Freight entscheidet. Was unsere Carrier und Subunternehmen betrifft, so können wir wechselseitig profitieren: Sie tragen zur Reduktion von Emissionen entlang der gesamten Lieferkette bei und wir unterstützen Sie bei der Umstellung auf umweltfreundliche Antriebe.

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