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Kein dauerhafter Höhenflug

Dieselpreis-Kommentar von Eugen Weinberg, Leiter Rohstoffanalyse der Commerzbank

Eugen Weinberg [Foto: Commerzbank]

Der Dieselpreis ist zuletzt unter starken Schwankungen tendenziell nach oben gegangen. Dem vorausgegangen ist der erneute Anstieg des Brent-Ölpreises gepaart mit einer Stärke des US-Dollars (USD), der die in USD notierten Ölpreise für europäische Kunden zusätzlich „verteuert“ hat.

Produktionsdrosselung lässt Preise steigen

Zusätzlich haben sich die OPEC-Produzentenländer unerwartet auf die künftige freiwillige Produktionsdrosselung geeinigt. Das hat die Ölpreise um über zehn Prozent steigen lassen. Dies dürfte die Konsumenten zumindest kurzfristig teuer zu stehen kommen. Denn der für die günstigen Ölpreise verantwortliche Produktionsüberschuss dürfte damit für eine gewisse Zeit verschwinden. Allerdings dürfte der Höhenflug der Ölpreise nicht von Dauer sein, denn dafür müsste vor allem die Nachfrage deutlich stärker zulegen. Außerdem ist es aktuell noch fraglich, ob sich die OPEC-Länder an das Abkommen halten werden, denn in der Vergangenheit haben sie häufig „geschummelt“. Deutliche politische Differenzen und eine schwierige finanzielle Lage in vielen OPEC-Ländern machen einen starken Zusammenhalt und eine gute Kooperation eher unwahrscheinlich.

Vor allem aber dürfte der Preisanstieg die Schieferöl-Produzentenländer in den USA freuen. Sie können bei den aktuellen hohen Preisen ihre künftige Produktion gegen einen Preisrückgang absichern und ungeachtet der Preiskapriolen in den kommenden Monaten ausweiten. Nicht zu vergessen: Donald Trump hat sich des Öfteren positiv zum Thema Schieferöl geäußert und wird dieses wahrscheinlich unterstützen.

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Ausblick

Auch wenn wir aufgrund des OPEC-Abkommens kurzfristig von höheren Preisen für Rohöl und Kraftstoffe ausgehen, rechnen wir längerfristig mit niedrigeren Preisen. Die Einigung der OPEC-Länder in Wien dürfte sich langfristig als kontraproduktiv erweisen, weil die Nicht-OPEC-Länder ihre Produktion und Einnahmen erhöhen und Marktanteile dazugewinnen dürften. Außerdem ist der jüngste Öl- und Dieselpreisanstieg stark spekulativ getrieben. Das macht ihn mittelfristig anfällig für Gewinnmitnahmen und stärkere Schwankungen nach unten.

Redakteur/in:

Eugen Weinberg

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