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Mentale Gesundheit: Fahrsicherheitstrainings schaffen Resilienz

Es kann so schnell gehen – vom einen auf den anderen Moment befindet man sich in einer Situation, die man nicht hat kommen sehen. Gerade im Straßenverkehr geht dies oft so schnell, dass Unfälle gar nicht mehr vermieden werden können. Als Road-Freight-Spezialist ist Unfallvorbeugung für unsere Fahrer daher eine wichtige Säule, um die mentale Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu stärken. Fahrsicherheitstrainings sind daher ein bedeutendes Instrument, wenn es darum geht, den Schutz und den Umgang von Mitarbeitenden mit Extremsituationen im Arbeitsalltag auf der Straße zu schulen.

Unfalltrauma: Wenn man von jetzt auf gleich im Tunnel ist!

Mit einem Unfalltrauma ist nicht zu spaßen! Wenn eine Situation so besonders einschneidend ist (im negativen Sinne), dass es nur schwer ist, diese zu verarbeiten, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass ein traumatisches Ereignis stattgefunden hat. Oft merken Menschen sogar erst Jahre später, dass das, was ihnen passiert ist, ein Trauma ausgelöst hat. Wenn wir über Traumata sprechen, dann sprechen wir auch über etwas sehr persönliches, denn jeder Mensch empfindet Situationen unterschiedlich. Allein Verständnis für diese unterschiedlichen Empfindungen von Mitarbeitenden zu entwickeln, ist eine der Kernkompetenzen, in der Führungskräfte bei DHL Freight geschult werden.  

Vor allem durch die alltägliche Teilnahme am Straßenverkehr sind unsere Profi-Fahrerinnen und -Fahrer einem hohen Risiko ausgesetzt, mindestens einmal im Leben ein Trauma zu erleiden, das beispielsweise durch einen (schweren) Verkehrsunfall verursacht wird. Umso wichtiger ist es, dass Berufskraftfahrerinnen oder Berufskraftfahrer gut gerüstet sind, da sie tagtäglich auf Autobahnen mit um die 80 km / h unterwegs sind. Natürlich gibt es viele Arten von Traumata, doch dieser Artikel befasst sich mit denen, die durch Verkehrsunfälle entstehen können und erklärt, warum es so wichtig ist, Vorsorge für die mentale Gesundheit zu betreiben.

Unfälle als Auslöser: Wenn die Seele leidet

In der Europäischen Union sind allein im Jahr 2020 rund 18.800 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Die Unfallstatistiken der EU zeigen, dass rund 95% dieser Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Auch wenn die Zahlen sinken: Hinter jedem Unfall stehen Schicksale – Schicksale, die mit dem Erlebten leben oder in Folge des Unfalls sterben mussten. Für die, die nach einem Unfall weiter leben, heißt es sich tagtäglich, immer wieder mit dem erlebten Trauma auseinander zu setzen, denn außerhalb der eigenen vier Wände beginnt er wieder: der Straßenverkehr, der für Lkw-Fahrer und -Fahrerinnen ihr Job ist.

Wenn man sein täglich Brot im Straßenverkehr verdient, dann begegnen einem im Zuge seines Arbeitsalltags unheimlich viele Situationen, die meistens nochmal gut ausgehen. Sei es ein übersehener Radfahrer, ein Kind, das plötzlich auf die Straße rennt oder ein heikles Überholmanöver eines schnellen Pkws auf der Autobahn – die meisten Situationen gehen dann doch nochmal gut aus. Immer dabei jedoch ein Adrenalinkick und die Gewissheit, dass man im Straßenverkehr immer auch mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen muss!

Denn viele Situationen, die Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer erleben, können auch durch das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer verursacht werden. Wenn etwas passiert, befindet man sich aber immer in einer besonderen Stresssituation und wenn es dann auch noch schief läuft und ein Unfall passiert, dann ist es immer gut, im Vorfeld geschult worden zu sein. Denn laut Statistischem Bundesamt ist dies ganz schön häufig der Fall – rund alle 13 Sekunden kracht es nämlich auf deutschen Straßen.

32.500 Unfälle, die in 2015 passierten, wurden dabei in Deutschland in Verbindung mit Lastkraftwagen gemeldet. Das heißt, es müssten sich also durchschnittlich 89 Unfälle pro Tag in 2015 ereignet haben, bei denen ein Lkw-Fahrer oder eine Lkw-Fahrerin im Job in Gefahr geriet. Generell stellte sich bei der Untersuchung in 2015 im Übrigen heraus, dass zwar die meisten (73,7%) Unfälle, die der Polizei gemeldet wurden, innerorts stattgefunden haben, jedoch gravierender sind die Unfälle auf Straßen, auf denen höhere Geschwindigkeiten gefahren werden dürfen. So ereigneten sich beispielsweise auf Landstraßen die meisten Unfälle mit Todesfolge.

Die Folgen nach einem Verkehrsunfall mit einem Lkw sind dabei für andere beteiligte Fahrzeuge oft um einiges gravierender, als für den Lkw-Fahrer selbst. Das Risiko, bei einem Lkw-Unfall zu sterben, ist nämlich für andere aufgrund des hohen Gewichts der Fahrzeuges viermal höher, als für die Lastkraftwagenfahrer. Zudem waren im Jahr 2014 der Unfallstatistik zufolge 59 Prozent der Unfallbeteiligten Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer auch Unfallverursacher.

Wenn sich also Unfälle mit Personenschäden ereignen, so haben Lkw-Fahrende oft eine mentale Bürde zu tragen, die die vielfach positiv verlaufenden Situationen in der Vergangenheit oft in den Schatten treten lassen. Trotz Routinen und guter Ausbildung sind besondere Ereignisse wie Unfälle so ein extremes körperliches, wie auch mentales Risiko, das auf der Straße lauert – dem man aber vorbeugen kann.

Assistenzsysteme im Cockpit (bspw. Unfallassistenten & Totwinkelassistenten) oder sogar komplett autonomes Fahren unterstützen unsere Fahrerinnen und Fahrer aktuell schon enorm, Unfallsituationen vorzubeugen und zu verhindern. „In der jährlichen Fahrerversammlung ist das Thema Fahrsicherheit und Sicherheit im Allgemeinen ein fester Tagesordnungspunkt“, so Johannes Rak, Niederlassungsleiter von DHL Freight, Koblenz.

Mentale Gesundheit: Darum ist Unfallprävention so wichtig!

Neben regelmäßigen Erste-Hilfe-Kursen sind für Berufskraftfahrende Unfallpräventionen besonders wichtig. Damit in Europa der Job sicher über die Straße gebracht werden kann, unterstützt DHL Freight in Koblenz Fahrer und Fahrerinnen dabei Unfallvermeidung zu trainieren. Dafür wird alljährlich ein ADAC Fahrsicherheitstraining durchgeführt. „Der ADAC ist dafür bekannt, die Maßnahmen standardisiert, praxisorientiert und sehr professionell durchzuführen. Wir haben den Kurs von einem Partnerunternehmen empfohlen bekommen, das ebenfalls seit Jahren wiederkehrende Trainings durchführt“, erklärt Johannes Rak den Hintergrund, warum die Trainingseinheiten mit dem ADAC durchgeführt werden. Zusätzlich dazu steht aber auch eine besondere Motivation hinter den Sicherheitstrainings.

Jeder Fahrer, der für DHL Freight GmbH im Einsatz ist, erbringt einen bedeutenden Anteil bei der Erfüllung unserer Dienstleistung. Gleichzeitig ist seine Tätigkeit im immer anspruchsvoller werdenden Verkehr auf den deutschen Straßen eine besondere Herausforderung. Als Arbeitgeber ist es daher unser Wunsch, alle Mitarbeitenden bei der Bewältigung ihrer Aufgaben zu unterstützen.

Mental Health ist für alle Mitarbeitenden ein wichtiger Faktor. Jedoch für die Mitarbeitergruppe, die ein Fahrzeug im Straßenverkehr sicher führen muss, hat dieser Aspekt eine ganz entscheidende Bedeutung. Eine langjährige Routine hilft zwar, aber erhöht die Fahrsicherheit nur, wenn auch eine Routine in der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und Vorsichtsgeboten damit einhergeht. Um das aufrecht zu erhalten, glauben wir als DHL Freight daran, dass unsere Fahrerinnen und Fahrer zur Unterstützung ihrer gesunden mentale Verfassung ein regelmäßiges ausführliches Training benötigen.“

– Johannes Rak, Branch Manager DHL Freight Koblenz

Was wird beim Fahrsicherheitstraining geübt?

Die Fahrsicherheitstrainings in der Niederlassung Koblenz haben verschiedene Bestandteile. Hier ein Überblick:

Technische Voraussetzungen und das eigene Fahrzeug noch besser einzuschätzen und kennenzulernen, sind Grundlagen, die im Fahrsicherheitstraining geübt werden. Doch auch die mentalen Belastungen im Straßenverkehr werden bei DHL Freight in Koblenz besonders im Auge behalten.

„In den regelmäßigen Pflicht-Unterweisungen unserer Fahrer zum Thema Lenk- und Ruhezeiten wird gesondert auf die mentale Gesundheit eingegangen. Wir führen daher Auswertungen unserer digitalen Tachographen durch und besprechen mit jedem Fahrer und jeder Fahrerin noch so kleine Abweichungen. Durch diese Maßnahme schaffen wir ein übergeordnetes Verständnis für die Wichtigkeit und haben nur noch selten Verstöße. Wenn, dann beschränken sich die Verstöße auf geringfügig eingestufte Abweichungen.“ 

– Johannes Rak, Branch Manager DHL Freight Koblenz

Was sich sicherlich für den einen oder anderen wie Kontrolle anhört, ist in Wirklichkeit eine wichtige Maßnahme im Sinne der Sicherheit unserer Profi-Fahrerinnen und -Fahrer. Wenn Tachographen Unregelmäßigkeiten feststellen, kann DHL Freight in Koblenz gewährleisten, dass alle Regularien des Arbeitsschutzgesetzes eingehalten werden. 

DHL Freight Niederlassung Koblenz
Niederlassungsleiter: Johannes Rak
Quadratmeter: 35.500 m² Betriebsfläche, 10.300 m² Umschlagsfläche, 12.000 m² Freight+ Fläche
Shippings per Day: 3.200 Zustellung + Abholung
Fachbegiete: Freight+, eigener Fuhrpark, Beschaffungslogistik
Angestellte: 180 Mitarbeitende

Fazit

Bei DHL Freight ist die Unterstützung der mentalen Gesundheit der Mitarbeitenden eine wichtige Säule der Unternehmensgrundsätze. Vor allem in den Bereichen des Unternehmens, in denen Mitarbeitende einem hohen Risiko von traumatischen Erlebnissen ausgesetzt sind, wie eben der Arbeit innerhalb des Straßenverkehrs, wird die Widerstandskraft von Kolleginnen und Kollegen besonders geschult. Fahrsicherheitstrainings und Monitoring von Tachographen sind für diese Berufsgruppen daher eine besonders wichtige Maßnahme, um einen guten Arbeitsschutz zu gewährleisten und die Mitarbeitenden zu fördern.

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