Wie in einem gigantischen Tetris-Spiel stapeln sich Paletten mit Kartons in schwindelerregender Höhe. Bei DHL Freight in Bremen lagern Produkte eines Großhändlers für Rehaprodukte. Im Gesundheitsbereich will Freight – genau wie der gesamte Konzern – wachsen. Sina Goebel und Jauad Boujibar helfen dabei.
Winzig klein wirkt Sina Goebel, wenn Sie durch die Gänge des Hochregallagers läuft. Auf neun Metern Höhe reiht sich dort Palette an Palette – bepackt mit Rehaprodukten. Vor allem Kartons mit Rollatoren und Rollstühlen, aber auch Hilfsmittel fürs Bad lagern dort. Der Hersteller und Großhändler Dietz GmbH mit Hauptsitz in Karlsbad hat hier, bei DHL Freight in Bremen, seine Waren einlagert, bis sie zu Kunden – Sanitätsfach-Geschäften in Deutschland, Österreich und der Schweiz – geliefert werden.
Sina ist Expertin für Kontraktlogistik – Leistungen, die über den reinen Transport hinausgehen – und hat den Kunden überzeugt, dass DHL der richtige Partner ist. Gemeinsam mit Jauad Boujibar, der das Lagerhaus in Bremen leitet, ist sie die Ansprechpartnerin für Dietz. Für Freight ist die Zusammenarbeit gleich doppelt interessant. Zum einen will der Geschäftsbereich im Bereich Gesundheit (Life Sciences & Healthcare, LSH) wachsen – auch DHL Group insgesamt hat diese Branche als einen der größten Wachstumsmärkte im Rahmen der Strategie 2030 auserkoren. Zum anderen ist Lagerung zwar nicht das typische Freight-Business, bringt aber vielversprechendes Neugeschäft mit, vor allem von mittelständischen Kunden.

Gerade ist ein neuer Container an Tor 13 angedockt. Er ist voll mit Rollatoren. Sofort rückt die Entladecrew an. Sie gehen zügig, aber dennoch vorsichtig vor. Es ist noch wichtiger als sonst, dass die Ware völlig einwandfrei und nicht beschädigt ist, da es sich um Medizinprodukte handelt. Und: sauber müssen sie sein. Genau aus diesem Grunde braucht man für die Lagerung solcher Produkte mit besonderen hygienischen Anforderungen auch ein besonderes Lagerhaus. Der Bremer Standort ist biozertifiziert. Er wird einmal im Jahr überprüft und erhält dann ein besonderes Zertifikat. Hier dürfen jetzt zum Beispiel ökologisch angebaute Lebensmittel und Produkte mit hohen Hygienestandards gelagert werden – und dazu gehören die medizinischen Produkte der Gesundheitsbranche.
DHL-Logistik für das Gesundheitswesen
- Mehr als 11.000 LSH-zertifizierte Spezialisten
- Mehr als 250 qualifizierte Lager in 43 Ländern
- 120 LSH-zertifizierte Luft- und Seefrachtstationen
- Mehr als 180 Länder bieten den Service DHL Medical Express an
- Netzwerk für Transport temperatursensibler Produkte
Mehr als Transport
Jauad Boujibar und sein Team von zwölf Kolleginnen und Kollegen haben das Warehouse fest im Griff. Neben der Dietz GmbH lagern noch acht weitere Kunden ihre Ware hier. Sina hat sie davon überzeugt, dass DHL Freight alles abwickeln kann – vom Transport über die Lagerung bis hin zu Mehrwertdiensten wie der Qualitätskontrolle, Feinkommissionierung oder Zolllagertätigkeiten. Die beiden arbeiten eng zusammen. „Mir ist wichtig, dass ich die genauen Abläufe hier kenne und den Rundumblick habe. Ich muss genau verstehen, was der Kunde braucht, um ihn bestmöglich zu beraten und die perfekte Lösung zu erarbeiten“, erklärt sie.
Der Container an Tor 13 ist inzwischen entladen, die Paletten gehen nun ins Hochregallager. Gleichzeitig flitzen die Gabelstapler und stellen Paletten für die nächste Abholung bereit. „Es kommt auf Kleinigkeiten an, die die Arbeit effektiver machen. Sitzt das Label, das gescannt wird so, dass man es auch scannen kann, wenn der Karton auf der Palette gepackt ist? Entladen wir den Seefrachtcontainer zügig genug, damit er schnell wieder auf die Reise geht? Und sind wir gleichzeitig ausreichend vorsichtig?“, erklärt Jauad Boujibar. Er sorgt dafür, dass alle Rädchen ineinander spielen – Kapazitätsplanung für Mitarbeiter:innen, Lagerfläche, Paletten – und ist die Schnittstelle zwischen Büro und Lagerhaus. Zehn bis 15 Container bearbeiten die Kolleginnen und Kollegen hier pro Tag.
Das Lagerhaus in Zahlen
- 17.500 Quadratmeter
- 22.000 Palettenstellplätze (Hochregal und Blockfläche)
- 900 Plätze auf 6 Ebenen im 9 Meter hohen Hochregal
- 24 Verladetore
- bis zu 700 Paletten täglich rein und raus
- 2 Schubmaststapler, die Paletten nach oben fahren können

Wachsen und internationaler werden
Der Vollsortimenter Dietz hat das bisherige Zentrallager aufgegeben und will sich dezentraler organisieren. Vier Standorte mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern hat die Firma. DHL soll ihr helfen, internationaler zu werden. Seit 1999 wächst Dietz kontinuierlich Jahr für Jahr und braucht daher einen flexiblen Logistikpartner. „Unsere Branche wächst, da wir immer älter werden und jeder ein möglichst unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führen will. Dabei helfen wir mit unseren Produkten“, erklärt Peter Trykacz, Mitglied der Geschäftsführung in der Dietz Group. Bisher kommen 70 Prozent der Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber das Unternehmen will seine Fühler in den weiteren europäischen Markt ausstrecken und setzt dabei auf den Logistikkonzern. „DHL ist ein internationaler Konzern und kann uns als strategischer Partner bei diesem Wachstum unterstützen. Als erstes wollen wir uns in Polen und Frankreich etablieren.“
Darüber hinaus war die gute Kundenbetreuung ein Grund für Trykacz auf DHL Freight zu setzen. Die Expertin für Kontraktlogistik kenne seine Produkte so gut als wären es ihre eigenen, betont er lachend. Sina Goebel bestätigt: „Mir ist wichtig, dass unsere Kunden uns vertrauen. Deshalb laden wir alle potenziellen Kunden auch zu uns ins Warehouse ein, damit sie sich davon überzeugen können, dass ihre Waren bei uns bestens aufgehoben sind.“ Sie betreut insgesamt 14 Standorte, an denen Freight Kontraktlogistik anbietet – von der Lagerung im Freien (Outdoorlagerung) bis hin zum hochmodernen Gefahrstofflager.
Künftig könnte das Team den Service für den Rehahändler noch ausbauen. „Wir können hier auch die Qualitätskontrolle für Waren übernehmen oder auch den Versand von einzelnen Produkten per Paket“, bestätigt Jauad Boujibar. Das Geschäft bietet noch viel Potenzial für mehr – genau wie der Gesundheitsmarkt für DHL Freight und den gesamten Konzern.
Fotos: Moritz Münch


