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Digitaler Tachograph: der Daten-Tausendsassa

Ins Führerhaus zieht ein neuer digitaler Untermieter – ein Tachograph der jüngsten Generation. Der moderne Fahrtenschreiber ist voll vernetzt und sorgt für viele neue Anwendungsmöglichkeiten.

Ab Mitte 2019 ist der digitale Tachograph (DTCO) für alle neu zugelassenen Lkw Pflicht. Grundlage dieser Regelung ist die EU-Verordnung 165/2014. Die DTCO-Geräte sind intelligent und voll vernetzt. Die Nutzung von modernster Software, Sensorik und Kommunikationstechnik ermöglicht den neuen, digitalen Fahrtenschreibern einen vielfältigen Datenaustausch. Grundlage sind Funktionalitäten wie:

  • die DSRC-Schnittstelle (Dedicated Short Range Communication),
  • die Anbindung an das globale Satellitensystem und
  • die Interoperabilität.

Die DSRC-Schnittstelle ermöglicht es, Basisdaten des Fahrzeugs sekundenschnell in andere Systeme zu übertragen. Das können Informationen zu Geschwindigkeit, zum Fahrzeug oder zum Fahrer sein.

Mit der Satellitenanbindung werden die Positionsdaten des Lkw bei Start und Ende einer Fahrt sowie nach je drei Stunden Fahrzeit aufgezeichnet. Darüber hinaus kann das System die Position sekundengenau melden. Dem muss allerdings der Fahrer zustimmen.

Die Interoperabilität – also der Datenaustausch mit anderen Systemen – wird durch die ITS-Schnittstelle (Intelligent Transportation Systems) auf ein neues Level gehoben: Mehr als 50 Einzeldaten kann der Tachograph für Telematiksysteme bereitstellen.

Fahrtenschreiber mit neuen Services

Der Tachograph verringert so aufwendige und zeitraubende Kontrollen; Lenk- und Ruhezeiten werden im Vorbeifahren überprüft. Die Leistungsfähigkeit der neuen Gerätegeneration lässt aber auch ganz neue Nutzungen zu. So sind Parking-Services denkbar, bei dem das System im Voraus für Lkw einen Stellplatz an dem Ort reserviert, den das Fahrzeug in einer errechneten Zeit erreicht. Dadurch entfällt für Fahrer der Stress der Parkplatzsuche kurz bevor ihre Lenkzeit abläuft.

Für die Gestaltung von Leasingverträgen oder Versicherungen liegen darüber hinaus nun Daten vor, um die Policen in Abhängigkeit von tatsächlicher Fahrzeugnutzung oder dem Fahrerverhalten zu berechnen.

Und wird die Gehaltsabrechnung erstellt, lassen sich die Positions- und Zeitangaben ebenfalls einsetzen – zum Beispiel, wenn es um die Kalkulation von Nachtzuschlägen oder Spesen geht.


Quelle: YouTube/VDO Automotive Deutschland

Genauere Mautberechnung

Auch Behörden können von der technischen Neuerung profitieren. So eignet sich der Tachograph dafür, länderspezifische Regelungen bei der Maut zu berücksichtigen. Und noch mehr: Die mit Sensoren erfasste tatsächliche Achslast – und nicht nur die Anzahl der Achsen – kann als Grundlage dienen, die Maut zu berechnen. Hohes Gewicht und damit eine hohe Abnutzung der Straßen können dadurch stärker angerechnet werden.

Vertrauen durch Datensicherheit und Datenschutz für die Fahrer

Durch diesen vielfältigen Datenaustausch wird natürlich auch die Frage nach Datensicherheit und -schutz drängend. Die neuen Tachographen verfügen daher über eine hochwertige Verschlüsselungstechnik mit leistungsfähigen kryptografischen Verfahren. Jeden Versuch, die Abläufe zu verletzen, dokumentiert das System. Dies gewährleistet authentische und vertrauenswürdige Telematikdaten.

Außerdem gibt es einen „Privacy Button“. Mit Betätigen dieses Buttons erklärt sich der Fahrer einverstanden, dass seine Daten in nachgelagerten Systemen verarbeitet werden. Entsprechend verfügt die ITS-Schnittstelle über ein Merkmal, das sicherstellt, dass die Flotten- und Transportmanagementsysteme nur mit freigegebenen Daten arbeiten. Dieses Verfahren ist konform mit der EU-Datenschutzrichtlinie.

Die Vielseitigkeit des neuen Tachographen markiert für Spediteure, deren Fahrer und auch die Behörden eine Zeitenwende in der Logistik, die neue Einsatzoptionen eröffnet.

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