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Dieselpreis-Kommentar von Eugen Weinberg, Leiter Rohstoffanalyse der Commerzbank

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Eugen Weinberg [Foto: Commerzbank]

Der Dieselskandal verursachte zuletzt hitzige und zugleich medienwirksame Debatten. Den mittelfristigen Effekt dieser Ereignisse sollte man trotzdem nicht überschätzen. Die Dieselnachfrage läuft aktuell recht erfreulich, auch aufgrund der guten Konjunktur und folglich verstärkter Handelsaktivitäten in Europa. Der Bedarf nach Diesel und Heizöl steigt in der zweiten Jahreshälfte sowieso saisonal bedingt an, weshalb trotz des von uns erwarteten Preisrückgangs bei Brentöl der Dieselpreis stabil bleiben dürfte. Unterstützung erhalten die Preise für Ölprodukte auch durch die Schäden an den Raffinerien an der US-Golfküste durch Hurrikan Harvey. Die mittelfristigen Folgen des Hurrikans sind zwar noch schwer abschätzbar. Die Bereinigung dürfte jedoch einige Wochen, wenn nicht Monate dauern.


Aktuelle Entwicklung

Der Brentölpreis hat sich bei rund 50 USD je Barrel stabilisiert. Ausschlaggebend für den Preisanstieg waren der schwache US-Dollar, die anhaltend hohe Förderdisziplin der OPEC und ein steigendes Anlegerinteresse. Dies gepaart mit einer stärkeren physischen Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte dürfte den Ölpreis weiterhin nach unten absichern. Das Aufwärtspotenzial ist jedoch begrenzt, vor allem wegen der steigenden US-Ölproduktion. Der spekulative Überhang bei Brentöl scheint aber sehr hoch, weshalb die Preise zu Gewinnmitnahmen anfällig sind. Die Rohstoffanalyse der Commerzbank erachtet die OPEC-Strategie der Mengensteuerung kurzfristig als erfolgreich, langfristig jedoch eher als kontraproduktiv. Denn die Nicht-OPEC-Produktion steigt stärker an und füllt die von der OPEC überlassene Angebotslücke. Deshalb dürfte auch die Förderdisziplin innerhalb der OPEC weiter nachlassen, was wiederum das Vertrauen in die OPEC erneut erschüttern und die Ölpreise stärker unter Druck bringen dürfte.

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