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CB-Funk 2021: Wohin die Reise für Lkw-Fahrer geht

CB-Funk 2021: Wohin die Reise für Lkw-Fahrer geht

Plaudern wie ein echter Lkw-Fahrer: Dank zahlreicher Truckerfilme in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erfreute sich der CB-Funk einer großen Beliebtheit in der breiten Bevölkerung. Er war regelrecht Teil der damaligen Popkultur. Eine Fahrerkabine eines Berufskraftfahrers ohne CB-Funk konnte sich zu diesem Zeitpunkt niemand vorstellen – heute ist die Situation eine andere.

CB-Funk: Definition

CB-Funk – oder im englischen Original citizens band radio – ist ein lokales Kommunikationsmittel, ein kostenfrei nutzbarer Sprechfunk. Lokal deshalb, weil die Kommunikation über CB-Funk nur innerhalb gewisser Reichweiten möglich ist. Fest, zum Beispiel auf dem Hausdach, installierte Stationsantennen können Reichweiten von 30 bis 80 Kilometern erreichen, mobile Antennen kommen in der Regel nicht über 10 bis 30 Kilometer hinaus. Die kompakten Handfunkgeräte wiederum verfügen über Reichweiten von 0,5 bis 5 Kilometern.

Heute ist das Gespräch mit einem Freund oder einem gänzlich Unbekannten dank Smartphone und Social Media immer nur einen Swipe weit entfernt. Bis zu deren Erfindung war CB-Funk aber eine schöne Abwechslung bei der häufig einsamen Tätigkeit der Lkw-Fahrer. Wer den CB-Funk eingeschaltet hat, konnte sofort mit anderen Fahrern in der Nähe kommunizieren – oder ihnen einfach nur beim Gespräch zuhören.

CB-Funk 2021: Die heutige Rolle im Lkw

Wer sich heute über Staus oder vor einem liegende Unfälle informieren möchte, erhält alle notwendigen Informationen in Kürze über seine Navigationsapps. Früher waren Lkw-Fahrer dafür auf die Informationen anderer Truckerer angewiesen.

Hat das Smartphone den CB-Funk dementsprechend ersetzt? Vieles spricht dafür – und auf viele Fahrer trifft das zu. Die Popularität hat in den letzten Jahrzehnten spürbar abgenommen. Aber: Es gibt immer noch gute Argumente für die Nutzung des CB-Funks, insbesondere für Berufskraftfahrer. Welche das sind und wie die vermeintlich alte Technik noch heute große Dienste leisten kann, zeigt unter anderem die diesjährige Flutkatastrophe.

1. CB-Funk, wenn moderne Technologien versagen

Als im Juli 2021 die schwerste Naturkatastrophe – unter Betrachtung der Opferzahlen – seit 1962 über Deutschland hereinbrach, herrschte Chaos. Und in diesem Chaos versagten moderne Technologien wie der Mobilfunk. Stunden- und tagelang waren viele von der Flut betroffene Bewohner von der ihr bekannten Kommunikation abgeschnitten. In einer Zeit, in der schnelle Kommunikationswege entscheidende Vorteile hätten bringen können. Althergebrachte Technologien wie der CB-Funk beweisen in solchen Phasen Durchhaltevermögen und erlauben eine zügige Koordination untereinander. Über beschädigte Brücken, versperrte Zufahrten oder nahendes Wasser können Lkw-Fahrer frühzeitig informiert werden und alternative Wege zum Ziel suchen. Geschwindigkeit ist in solchen Situationen manchmal entscheidend. Voraussetzung dafür sind verlässliche Technologien.

2. Sicherheit der Berufskraftfahrer berücksichtigen

Natürlich stehen Sicherheit und Gesundheit der Lkw-Fahrer sowie aller anderen Verkehrsteilnehmer wie immer an erster Stelle. Die Nutzung des CB-Funks ist ein optimaler Weg, um andere Fahrer, die sich auf der gleichen Route befinden, auf mögliche Sicherheitsrisiken aufmerksam zu machen. Aber auch vor langen Staus und schlechten Wetterbedingungen wie vereiste Straßen kann über diesen Kanal informiert werden. Der große Vorteil: Die Warnung erhalten eben nicht nur die Fahrer, deren Mobilnummer man gerade zur Hand hat oder die eine entsprechende App nutzen.

Alle, die auf diesem Kanal funken, haben die Chance, ihre Fahrt entsprechend anzupassen und möglichst sicher und pünktlich anzukommen. Gleichzeitig lenkt die Nutzung eines Smartphones nicht bei der Fahrt ab.

Laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) in § 23 Absatz 1a, ist es seit Juli 2021 nicht mehr erlaubt, ohne eine Freisprecheinrichtung über den CB-Funk zu kommunizieren. Zur Erinnerung: Eine entsprechende Verordnung für Mobiltelefone gilt bereits seit 2001.

3. Kostengünstig vernetzt

Da CB-Funkgeräte seit ihrer Einführung im Jahr 1945 ein und dieselbe Basistechnologie nutzen, sind sie viel preiswerter als andere Formen der mobilen Kommunikation. Der Einstiegspreis liegt bei circa 40 Euro, gute Geräte sind für um die 100 Euro zu haben. Dazu kommen noch einmal Kosten von rund 40 Euro für Mobilantennen und Netzteile. Außerdem ist ein Messgerät zur Prüfung der elektrischen Anpassung der Antenne zu empfehlen, das mit weiteren 20 Euro ebenfalls sehr preiswert ist. Für die Nutzung der Frequenz fallen darüber hinaus keine weiteren Kosten an.

4. Für Abwechslung bei der Fahrt

Das Leben als Berufskraftfahrer erfordert ein starkes Commitment und hat seinen Preis: Unregelmäßige Schichten und teilweise wochenlange Touren gehen oft auf Kosten des Privatlebens. Von der körperlichen Anstrengung ganz zu schweigen. Der soziale Aspekt des CB-Funks sollte daher nicht unterschätzt werden. Er bietet den Fahrern die Möglichkeit zu einem ungezwungenen, freundlichen Austausch, wenn alles, was sie brauchen, ein paar nette Worte sind. Für viele von uns ist der Begriff „Community“ eng mit der Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Facebook und Co. verbunden. Doch mit dem CB-Funk sind Lkw-Fahrer ebenfalls Teil einer Community – und das ganz ohne Internetverbindung. Er gibt alten und jungen Hasen ein Gefühl der Zugehörigkeit und des „füreinander da seins“. Ein nettes, kurzweiliges Gespräch bringt zudem die Abwechslung in den Arbeitsalltag, die die einseitige Berieslung durch das Radio nicht schaffen kann.

5. Verlässliche Kommunikation zu jeder Zeit

Ein Grund für den Rückgang des CB-Funks liegt in der geringen Reichweite des CB-Funks gegenüber dem Smartphone. Natürlich spielen dabei Faktoren wie die Beschaffenheit des Geländes, die Anzahl und Höhe der Gebäude in der Umgebung sowie die Menge der aktiven Fahrer auf der Frequenz eine Rolle. Hier gewinnt das Mobiltelefon ganz klar, denn wenn sich ausreichend Mobilfunkzellen in der Gegend befinden, gibt es keinerlei Reichweitenbegrenzung. Mangelt es aber an denen oder gibt es eine Überlastung oder Störung, wie bei der eingangs erwähnten Flutkatastrophe, ist der CB-Funk die Rettung.

CB-Funk: Alle Fakten auf einen Blick

  • weltweit zugelassen (jeweils unter Beachtung der jeweiligen Landesnorm)
  • Geräte haben ein Gewicht von 200 bis 500 g
  • wird analog betrieben
  • hat eine Betriebsdauer von ca. 8 Stunden
  • funkt im Frequenzbereich 26 – 27 Mhz
  • hat eine Sendeleistung bis 4 Watt
  • ab 40 Euro erhältlich, gute Geräte kosten etwa um die 100 Euro

Ausblick in die Zukunft des CB-Funk – Neben dem Smartphone

Ausgereifte Technologien wie Smartphones und Fahrtenschreiber sorgen dafür, dass Fahrer sich unkompliziert mitteilen und Informationen erhalten beziehungsweise ausgeben können. Bleibt demnach die Frage: Hat das CB-Funkgerät überhaupt noch einen berechtigten Platz im Cockpit oder machen moderne Technologien sie ihm streitig? Fakt ist: CB-Funkgeräte, wie wir sie kennen, sind mittlerweile verboten. Statt eines Mikrofons, das Lkw-Fahrer in die Hand nehmen müssen, ist die Nutzung des CB-Funks nur noch über eine Freisprecheinrichtung erlaubt.

Mögliche Sicherheitsbedenken bezüglich der Bedienung sind damit Vergangenheit. Wer stets erreichbar und über die Geschehnisse auf der Strecke informiert bleiben möchte, kann CB-Funk und Smartphone einfach kombinieren. Dass CB- und Mobilfunk gleichzeitig ausfallen, ist schließlich nur schwer vorstellbar. Und: Über CB-Funk-Apps kann die Push-to-talk-Kommunikation übrigens genauso über das Smartphone laufen.

Etwas Nostalgie im neuen Gewand sozusagen.

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