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Nachschub für die heiße Ware

Supply for hot goods in Weert, Netherlands

Das Geschäft mit Mikrochips boomt. Im niederländischen Weert lagern bei DHL Supply Chain Millionen von Teilen für Maschinen, die genau diese herstellen. DHL Freight sorgt von dort aus für Nachschub in den Produktionsstätten des Kunden.

Zwei Stunden von der Bestellung bis ins Werk. Genauso lang braucht DHL Freight, um bei Bedarf Teile, die in Weert bei DHL Supply Chain (DSC) lagern, zur Produktionsstätte des Kunden im rund 30 Kilometer entfernten Veldhoven zu bringen. Andere Teile kommen zurück und werden doch nicht gebraucht. Retourenlogistik gehört also auch mit dazu.

Mikrochips sind die heiße Ware unserer Zeit. Die Mini-Computer sind überall. In Smartphones, Computern, Tablets, sogar in Fahrzeugen. Ohne sie läuft fast nichts mehr. Den Nachschub für die Produktion der begehrten Teile zu managen, ist daher eine besondere Herausforderung. Und der stellen sich die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag, so wie Arjan van Weelden von DHL Freight und Anthony Kuijpers von DSC.

Der Kunde, dessen Maschinen so genannte Halbleiter fertigen, mit denen genau diese Mikrochips hergestellt werden, lagert hier den Nachschub für seine eigene Produktion. Seine Lithografiemaschinen werden in die ganze Welt verkauft. Für ihn und die Millionen verschiedener Teile hat DSC in Weert ein eigenes Lagerhaus gebaut. Klitzekleine Teile, die in Schubladen liegen, große Maschinenmodule, die in Spezialkisten aufbewahrt werden und Komponenten, die in doppelwandigen Behältern transportiert werden, die die Temperatur halten können. Die Unterschiede bei Größe, Form und Gewicht der Gegenstände machen die Aufgabe nicht weniger komplex und aufwendig. Zwar kommt am Ende alles auf Paletten in den Truck, aber es gibt keinen Standard, der sich Tag für Tag wiederholt.

Weert, Niederlande

Besonderer Auftrag

Die technischen Komponenten, die DHL Freight seit September 2025 an fünf Tagen pro Woche in zwei Schichten zwischen Lager und den Produk­tionsstandorten des Kunden transportiert, sind teilweise Millionen wert. An die Fahrer:innen hat der Kunde deshalb besondere Anforderungen gestellt, zumal die wertvolle Fracht auch besonders vorsichtig behandelt werden muss. Alle Kolleg:innen benötigen beispielsweise eine staatliche Sicherheitsüberprüfung des niederländischen Geheimdienstes, die über ein polizeiliches Führungszeugnis hinausgeht. Die dauert bis zu einem halben Jahr und muss regelmäßig erneuert werden. Eine weitere Besonderheit: Die Trucks dürfen aus Sicherheitsgründen unterwegs nicht anhalten.

Am Steuer einer dieser Lkws sitzt Jolanda Daams. Sie verschafft sich einen Überblick und belädt ihren Truck selbst. Sie arbeitet heute in der zweiten Schicht von 15 bis 24 Uhr und fährt die gleiche Tour mehrmals. Trotz ihrer besonderen Ladung wirkt sie gelassen: „Ich fülle meinen Lkw vorsichtig, fahre vorsichtig und bringe die Ware sicher zum Kunden. Das ist mein Job.“ Gut gelaunt koppelt sie ihr Fahrzeug vom Tor ab und fährt kurz darauf laut hupend vom Hof.

Anthony Kuijpers ist Schichtmanager bei DSC und hat das Lagerhaus fest im Griff. Arjan van Weelden von Freight kümmert sich um die Logistik – sprich: die Transporte. Beide Unternehmensbereiche arbeiten hier ganz eng zusammen. „Supply Chain hat uns gebeten, ein Angebot zu machen, und wir haben den Auftrag bekommen. Wir gehen davon aus, dass wir künftig vermehrt Transportlösungen innerhalb des Konzerns anbieten und wir immer öfter der Logistikanbieter der Wahl für unsere Kolleginnen und Kollegen sind“, erklärt van Weelden.

Weert, Niederlande

Über Freight hinaus

Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmensbereichen ist für DHL Freight sogar so wichtig, dass sie in der neuen strategischen Ausrichtung verankert ist. Hier schlummern viele geschäftliche Möglichkeiten, Logistikaufträge oder Zusatzservices für die Schwester­divisionen zu übernehmen. Das bestätigt auch Rik van den Broeck, Leiter Südwest DSC Benelux: „Wir zeigen mit Freight als festem Logistikpartner auf der wichtigen Strecke zwischen den Werken, wie erfolgreich das Gesamtpaket DHL sein kann. Wir schätzen diese Partnerschaft für unseren gemeinsamen Kunden sehr.“

Donnerstags und freitags brummt es im Lagerhaus in Weert besonders. Dann kommen neue Ersatzteile und Komponenten der Zulieferer des Tech-Kunden an. Morgens herrscht ohnehin immer Hochbetrieb, wenn die Kolleginnen und Kollegen vor Ort die abgehenden Sendungen bearbeiten.

Heute läuft alles glatt, Anthony greift nicht allzu oft zum Hörer. Aber: „Es gibt Tage, da schaue ich schon um sechs Uhr auf mein Handy, und um Mitternacht das letzte Mal“, erklärt er. Der Kunde plant auf Tagesbasis, somit sei keine hundertprozentige Vorhersage möglich, welche Produkte genau benötigt werden. Lediglich das ungefähre Volumen ist bekannt. Lachend erklärt er: „Würde ich mein Handy verlieren, wäre das, als ob mir eine Hand fehlte.“

Der Schichtleiter ist tageweise an den Standorten in Weert und Eindhoven sowie in der Produktionsstätte des Kunden. „Ich spreche mit Fahrern, operativen Kolleg:innen und Mitarbeitenden im Büro“, sagt er. Das Bindeglied, das alles zusammenhält. Ein gemeinsames Tool mit dem Kunden soll die Planung für den Einsatz der Trucks, der Routen und der Fahrer künftig erleichtern.

Weert, Niederlande

Zukunftsgeschäft

DHL Freight will im Bereich Technologie künftig besonders stark vorankommen. Neben Life Sciences & Healthcare und Verteidigung steht dieser Sektor ganz oben auf der Agenda. Die Business Unit will vom Boom profitieren. Im Tech-Bereich gehören Handys und Computer ebenso dazu, wie die Logistik für Rechenzentren, die durch die KI-Nutzung und das Speichern von Datenmengen in der virtuellen Cloud immer weiter ausgebaut werden. In den kommenden Jahren will Freight hier rund 7,4 Prozent pro Jahr wachsen. DHL will sich insgesamt ein Stück dieses globalen Kuchens sichern, allein in den USA entstehen zurzeit zehn neue Standorte für Rechenzentrumslogistik, auch in Asien wird investiert.

Der Blick in das Lagerhaus in Weert zeigt, wie vielfältig und flexibel die Logistik in diesem Indus­triesektor ist. Wenn er weiterhin so rasant wächst, haben Arjan, Anthony und ihre Kolleginnen und Kollegen einen Anteil daran – und auch in Zukunft gut zu tun.

Weert, Niederlande

Große Rechenzentren sprießen wie Pilze aus dem Boden. Davon wollen wir profitieren, und der Auftrag in Weert ist ein großer Schritt in diese Richtung.

Perry Banken
Key Account Manager für den Kunden, DHL Freight

Tech-Lagerhaus in Weert

  • > 120.000 Quadratmeter Lagerfläche
  • 8.000 Quadratmeter temperaturkontrollierter Bereich (Temperatur und Feuchtigkeit)
  • Reinräume für die staubfreie Verpackung
  • Hochregallager
  • 99 Verladetore
  • 16 Millionen Hightech-Teile lagern in Weert
  • Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge

Wir haben für dieses Projekt mehrere Logistiker geprüft. DHL Freight hat uns mit einer effizienten und kostensparenden Lösung überzeugt.

Maurice van Zeeland
Carrier Specialist, DHL Supply Chain
Infobox

So entsteht ein Mikrochip *

* vereinfachte Darstellung

So entsteht ein Mikrochip

Siliziumplatte als Basis

Eine hauchdünne Siliziumscheibe (Wafer) dient als Grundlage.

Schicht auftragen

Auf den Wafer wird eine dünne Schicht Fotolack aufgetragen.

Belichten

Das Muster eines Schalt-kreises wird mit UV-Licht durch eine Schablone auf den Fotolack „fotografiert“.

Entwickeln

Der Fotolack wird entwickelt: Belichtete oder unbelichtete Bereiche (je nach Lack) werden weggewaschen.

Ätzen

Die freiliegenden Bereiche des Siliziums werden weggeätzt. Es bleiben Strukturen im Silizium zurück.

Fotolack entfernen

Der restliche Fotolack wird entfernt. Die Strukturen bilden die Grundlage des Mikrochips.

Katarzyna Piatek hat alle Bestellungen genau im Blick und tauscht sich regelmäßig mit Anthony Kuijpers aus.

Jolanda Daams fährt täglich mehrere Touren zwischen dem Lagerhaus und der Produktionsstätte des Kunden. Arjan van Weelden nutzt die Gelegenheit, vor Ort mit ihr zu sprechen.

Die Teile und Komponenten für die Maschinen haben alle ganz unterschiedliche Größen – von mini bis maxi.

Anthonys wichtigstes Arbeitsgerät ist das Handy. Er verantwortet die Schicht und sorgt dafür, dass alles reibungslos läuft. Gibt es Probleme, greift er zum Hörer und löst sie.

Diese Lieferung umfasst ein großes Maschinenteil in einer speziellen Transportkiste und kleinere Teile – diese Größenunterschiede machen die Logistik anspruchsvoll.

Daniel Mahnken

Communications Lead

Daniel Mahnken ist Communications Lead bei DHL Freight. Als gelernter Journalist hat er für verschiedene Tageszeitungen und Fernsehsender in den Nachrichten- und Wirtschaftsredaktionen gearbeitet – das Schreiben liegt ihm also quasi im Blut. Nach seinem Sportpublizistik-Studium wollte er eigentlich Germany’s Next Sport-Kommentator werden, doch dann entdeckte er die Logistik und kommt seitdem nicht mehr davon los.

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