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Quo Vadis - Logistik 2020?

Lesezeit: ~ 2 Min.

Was wird das Jahr 2020 für die Logistik bringen? Vor welchen Herausforderungen stehen wir? Die Logistik ist ein gutes Spiegelbild unserer Gesellschaft und Volkswirtschaft. Was uns gesellschaftlich und/oder wirtschaftlich umtreibt, hat in der Regel auch unmittelbaren Einfluss auf die Logistik. Sie ist tief in alle Bereiche des privaten und wirtschaftlichen Alltags verwurzelt. Und „Road Freight“ stellt dabei das Herz der Logistik dar.

An Szenarien und Herausforderungen mangelt es nicht. Manche reden davon, wie „schwierig“ und „komplex“ das Jahr 2020 doch werden wird. Die bessere Alternative ist jedoch, Herausforderungen aktiv anzugehen und Initiative zu zeigen. Die vier wichtigsten Themen, die uns als Logistiker umtreiben und die wir deshalb auch ins Zentrum der neuen Strategie von  Deutsche Post DHL Group gestellt haben, sind dabei Nachhaltigkeit, Digitalisierung, e-Commerce und Globalisierung.  

Umweltfreundlicher Transport und effiziente Mobilität

Thema Nachhaltigkeit: natürlich wird unsere Industrie nicht alleine zum Erreichen des weltweiten 2-Grad-Ziels beitragen können. Aber wir gehen hier mit gutem Beispiel voran. Umweltfreundlicher Transport und effiziente Mobilität sind integrale Bestandteile unseres Geschäftsmodells. Wer also - wenn nicht wir – kann ein Zeichen setzen und letzten Endes deutlich etwas bewegen. Als Konzern Deutsche Post DHL Group haben wir uns das Ziel gesetzt, bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen auf null zu reduzieren. Wir arbeiten jeden Tag daran, dieses ambitionierte Ziel Realität werden zu lassen  – nicht zuletzt durch konkrete Zwischenziele bis 2025. Bei DHL Freight testen wir unter anderem neue Antriebsformen und alternative Kraftstoffe. So setzen wir in Deutschland, Belgien und Schweden zum Beispiel LNG-Trucks ein, die zukünftig dann mit Bio-LNG betrieben werden sollen. In Schweden haben wir bereits heute unsere CO2-Emissionen erfolgreich um 50 Prozent gesenkt und damit unser für 2025 gesetztes Ziel vorzeitig erreicht. Ich bin überzeugt, dass dies auch noch einen weiteren positiven Effekt hat. Denn mit diesen Maßnahmen erzeugen wir außerdem eine größere Nachfrage für solch nachhaltige Lösungen und Technologien und treiben damit den Fortschritt voran. Unser Nachhaltigkeitsziel ist nicht nur eine Vision, sondern ein klares Statement. Wir werden zukünftig bevorzugt Antriebsformen einsetzen, die zur Erreichung unserer Umweltziele beitragen. Ich bin sicher, dass uns dieses Thema nicht mehr loslassen wird. Das bedeutet aber auch, dass wir uns aktiv alternativen Verkehrsträgern zuwenden und auch mal kompromissbereit sein müssen. Nur dann sind wir nicht nur vorbereitet, sondern werden auch aktiv an Lösungen mitwirken.

Digitalisierung als Treiber

Unterstützen kann dabei auch die Digitalisierung, beispielsweise durch die Schaffung von mehr Transparenz bei Ladekapazitäten und der Vermeidung von Leerfahrten bzw. ineffizienten Fahrten. Auch hier stehen wir vor tiefgreifenden Veränderungen. Umso wichtiger ist es, das Schlagwort Digitalisierung für die Logistik mit Leben und Bedeutung zu befüllen. Bei DHL Freight haben wir in diesem Kontext unser Leuchtturmprojekt „Terminal for the Future“ ins Leben gerufen. Hier erproben und implementieren wir Lösungen und Technologien, um unsere Vision von einer zukunftsweisenden Logistik zu demonstrieren. Dazu zählt die automatisierte Volumenmessung, ein intelligentes Yard-Management oder teil-autonome Umsetzfahrzeuge. All diesen Entwicklungen liegt im Prinzip ein klarer Ansatz zu Grunde: wir möchten das Leben für unsere Kunden und Mitarbeiter einfacher und effizienter machen. Technologie soll unser Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag unterstützen, sie nicht ersetzen. Es mangelt zunehmend an Fachkräften und gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Erwerbstätigen. Digitalisierung kann dabei helfen, dieses Dilemma zu lösen. Wir sollten das Jahr 2020 nutzen, um das Thema für unsere Industrie noch stärker nach vorne zu bringen.

Onlinehandel und e-Commerce

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung wurde bereits der dritte Themenblock erwähnt: e-Commerce. Onlinehandel und e-Commerce sind keine Phänomene, die einfach irgendwann weg gehen. Sie verändern massiv den globalen Handel, aber auch die Konsumgewohnheiten. Kunden entwickeln neue Kaufgewohnheiten und die Customer Journey verändert sich massiv. Dies überträgt sich auch aus dem B2C-Segment in den B2B-Bereich. Warum soll ein Kunde das Fehlen von Transparenz und digitaler Services im B2B-Segment weiterhin akzeptieren, wenn er es in seinem privaten Alltag anders gelernt hat und lebt? Hier ist die Logistik am Zug. Wir – gerade auch als Straßentransportdienstleister – müssen mit der Entwicklung Schritt halten. Und dabei sowohl Lösungen für das e-Commerce Segment bieten, aber auch Lösungen, die die vom Kunden aus dem e-Commerce adaptierten Erwartungen bedienen. Ein gutes Beispiel hierfür sind unser DHL Freight Online Buchungstool oder unser Frachtmarktplatz Saloodo!. Daneben haben wir mit unserem Kunden BMW die integrierte Lösung Connected Supply Chain erarbeitet, mit der es BMW und all seinen Partnern möglich ist, potenzielle Probleme entlang der Lieferkette zu managen und Möglichkeiten für weitere Optimierungen zu identifizieren. Die Nachfrage nach solchen Lösungen wird noch weiter zunehmen und die Logistik dabei ein wichtiger Partner bei der Entwicklung und Integration sein. Wir werden uns im kommenden Jahr noch mehr mit Transparenz, Geschwindigkeit und steigenden Volumina durch e-Commerce beschäftigen müssen.

Globalisierung mit Gegenwind

Wie viele Wirtschaftszweige blicken wir als Logistikindustrie auch aufmerksam auf die Globalisierung. Wo wird sie sich hin entwickeln – insbesondere da wir zunehmend einen nationalen Protektionismus beobachten? Was ist mit dem Brexit bzw. seinen Auswirkungen? Ich bin überzeugt, dass die Globalisierung auch weiterhin unser Ziel sein sollte. Sie hat dazu beigetragen, Wohlstand und Entwicklung weltweit zu steigern. Auch wenn der Globalisierung aktuell Gegenwind entgegenschlägt, wird sie sich fortsetzen. Vielleicht nicht so schnell, wie in den vergangenen Jahren, da unter anderem durch Handelskonflikte und Protektionismus die Volkswirtschaften eher gedämpften Aussichten gegenüber stehen. Doch sollten wir deswegen nicht den Glauben an die Globalisierung verlieren – ganz im Gegenteil. Wir sollten umso stärker und selbstbewusster für freien Handel einstehen. Allen Widrigkeiten – auch eines Brexits – zum Trotz. Als Zolldienstleister stehen wir von DHL Freight mit unseren Zoll-Experten unseren Kunden zur Seite und helfen ihnen, der zunehmenden Komplexität zu begegnen.

Die Eingangsfrage im Titel „Quo Vadis – Logistik 2020?“ ist also durchaus berechtigt. Pessimisten  werden in erster Linie auf die Schwierigkeiten blicken, Optimisten schauen nach vorne und gestalten. Das ist zwar der anstrengendere Teil, aber hier sehe ich unser Aufgabe und eine klare Chance für die Logistik als Branche weiterhin an Boden zu gewinnen. Es hat uns schon immer ausgezeichnet, Lösungen zu finden, aktiv zu sein und im wahrsten Sinne des Wortes „voran zu kommen“. Wird das Jahr 2020 also „herausfordernd“, „schwierig“ und „komplex“? Gut möglich, aber genau das bietet uns die Gelegenheit, Initiative zu zeigen – in der Logistik und für die Logistik. Ich freue mich mit meinem Team darauf!

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