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Paletten – stabile Basis im Warenverkehr

Paletten sind Ladeplatten zum Unterfahren mit einem Gabelstapler oder Hubwagen. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zu Palettenversand, -nutzung und Nachhaltigkeit.

Welche Arten von Paletten gibt es?

Vollholzpaletten, Kunststoffpaletten, Pressspanpaletten, Wellpapppaletten, B4B-Leichtpaletten, Metallpaletten: Es gibt eine Vielzahl an flachen Konstruktionen, auf denen man Waren bündeln, lagern und transportieren kann. Manche Paletten sind nur von zwei Seiten, manche von allen vier unterfahrbar. Die richtige zu wählen, ist wichtig, denn es geht um:

  • Kosteneffizienz,
  • bestmögliche Ausnutzung von Lager- und Transporträumen,
  • sicheres Versenden,
  • Schutz der Mitarbeitenden vor Unfällen und Verletzungen,
  • Wiederverwertbarkeit bzw.
  • Langlebigkeit und damit um Umweltschutz.

Klassifiziert werden Paletten zum Beispiel nach:

  • Ausgangsmaterial,
  • Abmessungen und
  • Verwendung.

Es gibt Spezialpaletten für den Transport von Fässern, Stahlflaschen, umweltgefährdenden Stoffen oder – dann mit Gitterwänden – Kleinteilen.

Aus welchem Holz bestehen Holzpaletten?

  • Sie sind günstig.
  • Sie bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff.
  • Sie können wiederverwertet werden.

Praktisch und preiswert: Paletten aus gepresstem Restholz

Presspanpaletten sind leichter und preisgünstiger als Paletten aus Vollholz oder Kunststoff. Darüber hinaus

  • sind sie ineinander stapelbar,
  • müssen für den Export nicht behandelt werden,
  • haben einen geschlossenen Boden und schützen Waren dadurch vor Nässe und Schmutz.
  • Aber: Sie sind nicht so belastbar und langlebig wie Paletten aus Vollholz oder Kunststoff.

Viele Vorteile, größter Marktanteil: Paletten aus Vollholz

Paletten aus Vollholz vereinen viele Vorteile anderer Palettenarten in puncto Stabilität, Preis und Umweltfreundlichkeit. Sie sind

  • komplett recycelbar,
  • günstiger als Paletten aus Kunststoff,
  • sehr belastbar,
  • haben eine höhere antibakterielle Wirkung als Kunststoffpaletten,
  • sind leicht zu reparieren,
  • haben eine positive CO2-Bilanz (Einsparung von 27,5 kg CO2 je Europalette),
  • sind individuell herstellbar (Form, Größe, Dimensionen, Belastbarkeit) ohne ausufernde Formkosten,
  • verfügen über viele Ergänzungslösungen (Aufsatzrahmen, Aufbauten),
  • werden gegen Ende der Produktlebensdauer zu Spanplatten für Möbel oder den Bau, wodurch das gebundene CO2 viele weitere Jahrzehnte gebunden bleibt. Ganz am Lebensende können sie durch die thermische Verwertung fossile Energieträger wie Öl oder Gas ersetzen.

Holzpaletten haben über den gesamten Lebenszyklus hinweg eine deutlich bessere Energie- und Umweltbilanz als eine vergleichbare Kunststoffpalette. Dies hat der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung ermittelt. Für die Herstellung von Holzpaletten wird kein Wasser verwendet. Sie sind nicht mit Holzschutzmitteln behandelt.

Welche Nachteile haben Paletten aus Vollholz?

Vollholzpaletten nehmen viel Lagerplatz in Anspruch. Der Grund: Sie lassen sich, wie die meisten Kunststoffpaletten, nicht ineinander stapeln. Außerdem müssen sie für den Export hitzebehandelt werden, damit keine Holzschädlinge mitreisen.

Paletten aus Vollholz: ohne schädliche Organismen

Paletten aus Vollholz müssen frei von Schädlingen, Schimmel und Pilzen sein. Dafür sollen zum Beispiel Hitzebehandlung, Begasung und/oder technische Trocknung sorgen. Das hat die UN-Organisation International Plant Protection Convention (IPPC) per Richtlinie festgelegt. Der Standard gilt nur für Vollholz (Nadel- oder Laubholz) mit mindestens sechs Millimetern Dicke, das für Verpackungen oder Stauholz verwendet wird. Er gilt nicht für Holzwerkstoffe. In der EU dürfen Paletten, Kisten etc. aus Holz nur thermisch behandelt werden. Eine chemische Behandlung ist in der EU nicht erlaubt. Chemisch behandelte Holzpaletten und -kisten aus dem Ausland zu importieren, ist jedoch möglich.

Was macht die Europalette so besonders?

Die Mehrwegpalette aus Vollholz hat in den vergangenen 50 Jahren die Welt erobert. Ihre Erkennungszeichen: festgelegte Maße und Tauschbarkeit. Unter vier Markennamen (World, Epal, Chep, LPR) werden heute Europaletten hergestellt. Zwischen den Pools kann nicht getauscht werden. Das weltweit größte Tauschsystem betreibt nach eigenen Angaben Epal: Mehr als 600 Millionen Epal-Europaletten aus Vollholz sind demnach im Umlauf.

Paletten stellen überaus vielseitige Transportverpackungen dar. Mit dem Gabelstapler unterfahrbar, sind sie aus der Straßenfracht nicht mehr wegzudenken.

Europaletten können auch in Länder exportiert werden, die nicht an einem Tauschpool teilnehmen. Häufig werden aber stattdessen Einwegpaletten verwendet, die der Empfänger entsorgen muss.

Wie groß ist die Europalette?
Europalette (eigentlich: Europoolpalette) darf nur heißen, was die Euronorm 13698-1 der Europäischen Paletten-Vereinigung (EPAL) erfüllt. Die Europalette

  • hat eine Grundfläche von 0,96 Quadratmetern,
  • ist 120 Zentimeter lang, 80 Zentimeter breit und 14,4 Zentimeter hoch,
  • besteht aus elf Brettern, neun Klotzfüßen aus Pressspan und 78 Spezialnägeln,
  • muss aus einer von 17 definierten Holzarten gefertigt sein (die meisten sind aus Tannen-, Kiefern- oder Fichtenholz),
  • ist an den vier senkrechten Außenkanten abgeschrägt,
  • ist eine Vierwegpalette, kann also von allen vier Seiten mit einem Gabelstapler oder Hubwagen unterfahren werden,
  • trägt (im Fall von Epal) das Herstellerzeichen an den Außenklötzen der Längsseite,
  • muss die IPPC/ISPM 15-Richtlinien erfüllen.

Paletten mit diesen Maßen gibt es auch aus anderen Materialien als Vollholz, denn sie sind ideal für einen Standard-Lkw-Anhänger mit einer Breite von 2,40 Metern und einer Länge von 13,40 Metern. 33 Paletten im Maß 120 mal 80 mal 14,4 Zentimetern können in einem Standard-Lkw untergebracht werden.

Das Neugewicht der Europalette aus Vollholz beträgt etwa 20 Kilogramm. Aber sie hat auch eine große Tragkraft – bis 1.000 Kilogramm auf einem Punkt, maximal 2.000 Kilogramm bei gleichmäßiger Verteilung. Dabei ist sie günstig: Eine neue Europalette kostet ab circa 14 Euro, gebrauchte sind günstiger.

Wann sind Europaletten noch tauschfähig?

Europaletten sind im Durchschnitt etwa sechs Jahre verwendbar.

Um tauschfähig zu bleiben, müssen Epal-Paletten repariert werden. Das ist der Fall, wenn

  • ein Boden- oder Deckrandbrett so abgesplittert ist, dass mehr als ein Nagel- oder Schraubenschaft sichtbar ist,
  • ein Brett oder Klotz fehlt oder gebrochen ist,
  • das Epal-Logo nicht mehr sichtbar ist.

Nur ein lizenzierter Fachbetrieb darf Europaletten reparieren.

Welche Vor- und Nachteile haben Paletten aus Kunststoff?

Wichtiges Plus: Kunststoffpaletten sind gut zu reinigen

Paletten aus Kunststoff kommen besonders häufig beim Transport von Lebensmitteln zum Einsatz. Das gilt auch für andere Produkte, bei denen Hygiene im Vordergrund steht. Die Vorzüge von Kunststoff:

  • Keime und Bakterien überleben auf der glatten Oberfläche nicht lange.
  • Kunststoff ist leichter als Holz und sehr langlebig.
  • Es gibt keine Verletzungsgefahr durch Holzsplitter.
Paletten aus Kunststoff lassen sich besonders gut reinigen. Sie kommen daher beispielsweise im Lebensmittelsektor häufig zum Einsatz.
Paletten aus Kunststoff lassen sich besonders gut reinigen. Sie kommen daher beispielsweise im Lebensmittelsektor häufig zum Einsatz.

Nennenswerter Nachteil: Kunststoffpaletten sind teurer als die aus Holz

Kunststoffpaletten haben eine schlechtere Umweltbilanz als Paletten aus nachwachsenden Rohstoffen. Das kann sich ändern. Denn es gibt immer mehr Paletten aus Rezyklat. Dieses entsteht aus gebrauchten Kunststoffverpackungen und -abfällen. Ob aus Rezyklat oder Primärmaterial: Durch Abrieb entsteht Mikroplastik.

Gerade für Logistikprodukte wie Paletten gilt Rezyklat als idealer Grundstoff. Die Produkte können sogar das Umweltzeichen Blauer Engel erhalten.

Welche Vor- und Nachteile haben Paletten aus Wellpappe?

Pappe punktet mit dem Preis und mit Umweltfreundlichkeit

Wellpapppaletten sind deutlich günstiger als Holz- oder gar Kunststoffpaletten. Ihr Umweltvorteil: Sie bestehen oft zu einem großen Anteil aus recyceltem Material. Sie können übers Altpapier entsorgt und wieder recycelt werden – sofern sie keine Kunststofffüße haben.

Wellpapppaletten bestehen aus Papier: Daher müssen sie für den Export nicht nach IPPC/ISPM 15 behandelt werden. Das heißt: Es ist keine Begasung oder Hitzebehandlung nötig, um zu verhindern, dass Schädlinge in andere Länder eingeschleppt werden.

Pappe ist ein preisgünstiges und optimal recyclingfähiges Material für Paletten. Langlebigkeit zählt allerdings nicht zu ihren Stärken.
Pappe ist ein preisgünstiges und optimal recyclingfähiges Material für Paletten. Langlebigkeit zählt allerdings nicht zu ihren Stärken.

Pappe im Regen: kein Dauerzustand

Wellpapppaletten halten Wind und Wetter nicht lange stand. Das gilt auch, wenn die Wellpappe wasserabweisend ist. Weitere Nachteile:

  • Wellpapppaletten sind in der Regel Einwegprodukte.
  • Sie tragen eher leichte Gegenstände. Die Tragkraft liegt – je nach Qualität – in der Regel zwischen 300 und 700 Kilogramm.

Paletten als Transportverpackung: Wohin geht der Trend?

Unter anderem weil Holzpaletten nicht ineinander stapelbar sind, entwickeln Experten Innovationen. B4B-Leichtpaletten sind noch recht neu im Markt. Sie werden aus Holzfasern hergestellt. Beim Wettbewerb um den Verpackungspreis zeichnete das Deutsche Verpackungsinstitut 2019 eine B4B-Leichtpalette aus, die ohne Klammern und Nägel auskommt. Die hochdichte Faserplatte ist stapelbar, schimmelfrei, IPPC/ISPM 15-konform und damit für den Export geeignet. Beeindruckt hat die Jury, dass die Palette nur etwa 5,5 Kilogramm wiegt und hochbelastbar ist: bis 900 Kilogramm dynamisch, also wenn sie bewegt wird, und 4.500 Kilogramm statisch. Allerdings: Internationale Tauschmodelle wie für die Europalette aus Vollholz scheint noch für keine Alternative in Sicht.

So packen Sie Ihre Palette richtig

Wer versendet, ist für alle Verluste, Schäden und Kosten verantwortlich, die durch unzureichende Verpackung oder Kennzeichnung der Ware entstehen. Schwere, sperrige und palettierte Waren sollten so verpackt werden, dass sie fürs mehrfache Verladen in den Umschlaghallen optimal gesichert sind. Unsere Tipps und Vorgaben:

  • Das maximale Gewicht pro Packstück liegt bei 1.500 Kilogramm, das Gesamtgewicht einer Sendung aus mehreren Packstücken bei 2.500 Kilogramm.
  • Paletten aus Holz sind für schwere Gegenstände besonders gut geeignet. Bei internationalem Versand achten Sie auf die Vorgaben an die Beschaffenheit des Holzes, die in den Zielländern gelten.
  • Die Ware muss sicher in einem Karton oder einer Kiste auf einer Palette verpackt sein.
  • Wenn die Sendung stapelbar ist, achten Sie darauf, dass die Teile sicher auf der Palette verpackt sind.
  • Ideal ist eine Europalette, die mögliche Gesamthöhe beträgt 2,20 Meter.
  • Packen Sie Paletten so, dass nichts über den Rand hinausragt.

So platzieren Sie Kartons auf der Palette

  • Güter bis 30 Kilogramm Gewicht können in einen Karton verpackt werden. Denken Sie an Füllmaterial, um die Ware zu polstern!
  • Wenn Sie Kartons stapeln, dann am besten von Ecke zu Ecke und Kante zu Kante. Das erhöht die Stabilität der Sendung.
  • Ineinandergreifendes Stapeln mindert den Druck auf einzelne Pakete.
  • Layer verhindern, dass gleichgroße, aufeinandergeschichtete Pakete verrutschen.
  • Kann mit warengefüllten Paketen keine ebene Oberfläche auf der Palette geschaffen werden, füllen Sie eventuelle Hohlräume durch mit Füllstoffen gefüllte Pakete ohne Ware auf. Überzählige Pakete nicht wie eine Pyramide obenauf stapeln, sondern separat verschicken.
  • Sichern Sie die Palette durch Umreifungsbänder oder Dehnfolie.
So sieht eine gut gepackte Palette aus: Nichts steht über, Lücken sind mit Leerkartons gefüllt. Auch oben ist die kompakte Form gewahrt. Einzelne Colli haben dort nichts zu suchen.
So sieht eine gut gepackte Palette aus: Nichts steht über, Lücken sind mit Leerkartons gefüllt. Auch oben ist die kompakte Form gewahrt. Einzelne Colli haben dort nichts zu suchen.

In diesen Fällen sind Kisten die bessere Wahl

Schwere und große Gegenstände wie Motoren oder Anlagentechnik sollten in Holzkisten verpackt werden. Das Kistenholz muss vorher wärmebehandelt worden sein.

Seiten und Kanten schützen, mit der Palette verspannen

  • Schützen Sie Kanten sowie alle sechs Seitenflächen, etwa durch Kartonelemente. Das stabilisiert die Palettenfracht und schützt sie vor Reibung.
  • Wenn Sie übergroße Gegenstände wie Kabeltrommeln und Motoren versenden, stützen Sie die Ware mit Holz oder Metall auf der Palette und verspannen Sie sie fest.
  • Mit Schrumpffolie, Bändern und Gurten können Sie die Sendung mit der Palette verbinden und sichern. Mit Folie großzügig arbeiten. Kantenschutz sorgt dafür, dass Gurte nicht die Kanten der oberen Kartons beschädigen. 

Besondere Waren wie Reifen, Windschutzscheiben, Motoren oder Fässer transportiert DHL Freight nur komplett verpackt und auf einer Palette gesichert.

Weitere Praxistipps und Umweltinfos zur Palette:

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