Nullemission in der Praxis

Logistik ohne Schadstoffe ist ein ehrgeiziges Ziel. Nur wie wird die Null berechnet? Hier sind Standards gefragt. Homogene Messmethoden über alle Verkehrsträger hinweg sind wichtig. Fehlen diese, können sie den Fortschritt behindern.

In der Logistik müssen die Emissionen runter. Über das Wieviel, das Wie und den Zeithorizont zerbrechen sich die Experten den Kopf. Unabhängig von möglichen Lösungswegen, stehen alle Protagonisten vor einem zentralen Problem: einer einheitlichen Datengrundlage. Wie können Emissionen für alle Verkehrsträger – also Lkw ebenso wie Flugzeuge, Schiffe und Schienenfahrzeuge – in vergleichbarer Weise dargestellt und berechnet werden?

Dieser Frage haben sich die Non-Profit-Organisation Smart Freight Centre (SFC) und unter deren Dach die Firmen-Initiative Global Logistics Emissions Council (GLEC) gewidmet. Das Ziel ist ein universelles Regelwerk, das die vielen unterschiedlichen bisherigen Berechnungsmethoden überflüssig macht. Christof Ehrhart, Direktor Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung des GLEC-Mitglieds und Mitbegründers Deutsche Post DHL Group dazu: „Wir unterstützen aus Überzeugung das Bestreben von GLEC, einen allgemeinen Berechnungsstandard für die Treibhausgas-Emissionen entlang der globalen Lieferketten zu entwickeln. Weltweite Standards und Zusammenarbeit sind der Schlüssel, um unseren Umwelt-Fußabdruck zu reduzieren und den Anforderungen unserer Kunden zu entsprechen. Wir sehen GLEC als wichtiges Werkzeug an, unsere eigenen Umweltziele zu erreichen.”

Die Neuregelung befindet sich bereits in den Startlöchern: Im nächsten Jahr wollen die Unternehmen, die im GLEC zusammenarbeiten, die Emissionen entlang ihrer Supply Chain auf Basis des neuen Regelwerkes berechnen und die Ergebnisse auch veröffentlichen. Bis 2021 soll diese Herangehensweise dann zum Standard werden. Das öffnet das Tor zu erheblich mehr Dynamik beim Thema Emissionen. Der Vergleich wird eine Triebkraft für Investitionen und Innovationen sein, etwa bei der Beschaffung von Transportfahrzeugen oder der Planung von Routen und Touren. Außerdem versetzt der neue Standard die Verlader in die Lage, ihre Logistikpartner gezielter nach Umweltgesichtspunkten auszuwählen.

SFC
Das Smart Freight Centre (SFC) ist eine 2013 gegründete Non-Profit-Organisation. Ihr Ziel ist es, Wege zu einem effizienteren und nachhaltigeren Fracht- und Logistiksektor aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht dabei, Marktschranken zu beseitigen, den Kraftstoffeinsatz wirtschaftlich zu gestalten, Emissionen zu vermindern und Betriebskosten zu reduzieren.GLEC
Zum Global Logistics Emissions Council (GLEC) hat sich eine Gruppe von Unternehmen und Industrieverbänden zusammengeschlossen, um den Abbau von CO2-Emissionen industrieverträglich zu gestalten. Dabei sollen Schadstoffreduzierung und Effizienzsteigerung bei globalen Logistikketten ineinandergreifen. Zu den GLEC-Mitgliedern zählen Unternehmen wie DHL, HP, Maersk und SNCF, Organisationen wie IATA und IRU und Umweltprogramme wie BSR, Clean Cargo und Green Freight. Darüber hinaus sind viele Unternehmen und Organisation als Berater und Experten beteiligt.
Autor: Sonja Terbrüggen

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