Stabiler Aufwärtstrend

Kommentar zur aktuellen Marktlage in der europäischen Logistikbranche und zur Frachtauslastung im ersten Quartal 2018 von Martin Veen, Leiter M&A & strategische Projekte, DHL Freight.

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen für den europäischen Straßengüterverkehr sind weiterhin gut. So wurde die Wachstumsprognose für das europäische Bruttoinlandsprodukt von zwei Prozent auf 2,4 Prozent nach oben korrigiert. Allerdings ist die Stimmung insgesamt zurückhaltender, nicht zuletzt aufgrund der instabilen Gesamtlage der Weltpolitik und einem leichten Absinken von Indikatoren wie dem deutschen Geschäftsklimaindex. Dieser ist gegen Ende des ersten Quartals moderat zurückgegangen und liegt jetzt auf dem durchschnittlichen Niveau von 2017. Ebenso hat der europäische Purchasing Managers Index (PMI) von IHS Markit leicht verloren, liegt mit 56,6 aber immer noch auf einem hohen Niveau und impliziert einen weiteren Ausbau der Produktionsmengen.

Branchenspezifische Faktoren

Nachdem den verladenden Unternehmen zu Jahresbeginn zunächst mehr Kapazitäten zur Verfügung standen als Ende 2017, hat sich dieser Trend schon im März wieder umgekehrt. Der Transportpreisindex des Transporeon Transport Market Radar lag dagegen um 6,9 Punkte über den Werten am Ende des ersten Quartals des Vorjahres. Das deutet darauf hin, dass dem Markt nach wie vor nicht genügend Transportraum zur Verfügung steht und sich dieser Umstand graduell verschärft.

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Diese Sicht stützt auch das TimoCom Transportbarometer für Europa, das ein Nachfrage-Angebotsverhältnis von 74:26 errechnet hat. Dieser Engpass wird nicht zuletzt durch den in der Branche eklatanten Fachkräftemangel verursacht. Vor allem Fahrer fehlen. Daraus folgen absehbar steigende Löhne, was in Kombination mit den aktuell gegenüber 2017 höheren Dieselpreisen die Kosten im Transportsektor nach oben treibt. Auf lange Sicht können diese Faktoren das Wirtschaftswachstum bremsen, erste Anzeichen für eine geringere Industrieauslastung durch stockende Lieferketten sind vorhanden.

Ausblick

Ungeachtet des saisonalen Rückgangs zu Jahresbeginn liegen die Frachtvolumina im Straßengüterverkehr auf stabil hohem Niveau. Sowohl im Bereich Terminal Based Operations (TBO) als auch bei NTBO sind im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum Zuwächse zu verzeichnen. Das dürfte nach dem European Road Freight Forwarding Index der Danske Bank erst einmal so bleiben. Dieser prognostiziert weiterhin steigenden Transportbedarf.

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Auf der politischen Seite ist die längste Regierungsbildung der deutschen Geschichte zum Abschluss gekommen, die Anpassung der politischen Prioritäten auch bezüglich des Straßengüterverkehrs wird aber bis in den Sommer hinein dauern. Insofern lässt sich der Einfluss der Entscheidungen auf den Markt noch nicht absehen.

Autor: Martin Veen

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