Sonnenenergie: Kraft vom Dach

Die Deutsche Post DHL Group bleibt Vorreiter bei Umweltschutztechnologien in der Logistik. Die neue Lösung TRAILAR senkt den Kraftstoffverbrauch von Lkw um fünf Prozent und damit in der Folge auch Kohlendioxid-Emissionen sowie Wartungskosten.

Die Sonne ist die größte Quelle regenerativer Energie. Um sie zu nutzen, sind jedoch ganz erhebliche Flächen notwendig. So entstehen beispielsweise auf ehemaligen Flugplätzen riesige Solarparks. Gleichzeitig sind weltweit Millionen Quadratmeter bisher ungenutzter, aber für Solarkollektoren geeigneter, Fläche verfügbar. Die Dächer von Lkw. Die Deutsche Post DHL Group hat auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover eine Technologie vorgestellt, um diesen bislang ungenutzten Platz für Photovoltaikanlagen zu erschließen. Das Projekt TRAILAR basiert auf dünnen, folienartigen Solarzellen, die auf dem Dach montiert werden und direkt mit der Fahrzeugbatterie verbunden sind, gegebenenfalls noch mit zusätzlichen Speicherbatterien.

Energie für Zusatzaggregate

Aaron Thomas und Denny Hulme, Mitbegründer von Trailar [Foto: Deutsche Post DHL Group]
Aaron Thomas und Denny Hulme, Mitbegründer von Trailar [Foto: Deutsche Post DHL Group]

Der so gewonnene Strom ist für den Betrieb der bordeigenen Anlagen wie der elektrischen Ladebordwand, der Klimaanlage und ähnlichem nutzbar. Dadurch wird die motorseitige Batterie deutlich entlastet und der Leistungsverlust bei deren Aufladung reduziert. Die Effekte sind deutlich spürbar: Aaron Thomas und Denny Hulme, Mitbegründer der Post-Tochter TRAILAR Ltd., rechnen mit einem um fünf Prozent reduzierten Kraftstoffverbrauch und einem verringerten Motorverschleiß. Dadurch sinken CO2-Emissionen und Betriebskosten gleichermaßen. Die Nachrüstung von Lkw ist ohne größeren Aufwand möglich. „Mit der von uns entwickelten Lösung kann die neueste Solartechnologie auf neuen und bereits vorhandenen Fahrzeugen eingesetzt werden. Dies ermöglicht unseren Kunden einen umweltfreundlichen und effizienten Betrieb. Außerdem hilft die Lösung der Transportbranche in der Zukunft bei der Bewältigung höherer Kraftstoffpreise und der Anpassung an strengere Emissionsvorschriften“, sagen die beiden Gründer.

Globale Planung

Entwicklungspartner von Deutsche Post DHL ist Don-Bur, führender Hersteller für Lkw-Anhänger in Großbritannien. Die ersten Tests liefen dementsprechend mit der Fahrzeugflotte von DHL Supply Chain im Vereinigten Königreich. Nächster Schritt sind Erprobungen im Rahmen der SmarTrucking-Initiative in Indien. „Gerade im Bereich Straßentransport gibt es viel Potenzial für Emissionseinsparungen. DHL Freight ist an der Spitze von technologischen Entwicklungen immer mit dabei. Daher passt TRAILAR bestens in die strategische Weiterentwicklung unserer eigenen Fahrzeugflotte wie auch der Flotten unserer Partner“, sagt Antje Huber, Global Head of Strategy, Marketing, and Chief of Staff DHL Freight. Die globale Einführung von TRAILAR bei Deutsche Post DHL Group hat bereits begonnen.

Emissionslos bis 2050

Die Deutsche Post DHL Group hat sich in puncto Nachhaltigkeit klare Vorgaben gesetzt. „Unsere Trailar-Technik ist ein wichtiger Bestandteil unseres GoGreen-Programms und bringt uns unserem Ziel – führender Logistikanbieter mit Null Emissionen bis 2050 zu werden – einen großen Schritt näher“, erläutert Thomas Ogilvie, Vorstandsmitglied Deutsche Post DHL Group für die Bereiche Personal und Corporate Incubations. „Wir wollen jedoch nicht nur unsere Umweltbilanz, sondern auch unseren Unternehmenserfolg verbessern. TRAILAR ist ein weiterer Beleg dafür, dass Kostensenkung und Emissionsreduzierung sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern ergänzen.“

Ohnehin setzt der Konzern verstärkt auf neue Technologien beim Betrieb seiner Fahrzeugflotten. Neben TRAILAR sind unter anderem der E-Transporter StreetScooter und Tests mit dem elektrischen 7,5-Tonnen-Lkw Fuso eCanter sichtbare Zeichen des Technologiewandels beim Logistikspezialisten . So setzt DHL Freight auch in Belgien auf vier mit Flüssigerdgas angetriebene Lkw und bringt damit eine umweltfreundliche Transportlösung auf die Langstrecke. „Das Konzernziel einer emissionslosen Logistik ist unsere Antwort auf den Klimawandel und mögliche Umweltauflagen. Die stetige Verbesserung unserer Flotte, hinsichtlich neuer Antriebstechnologien, ist nicht nur ein wichtiger Faktor gegenüber der Umwelt, sondern gelebte Rücksichtnahme auf diejenigen, für die wir fahren – nämlich unsere Kunden. Deswegen werden wir auch in Zukunft weiter neue Technologien testen, um unserem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen“, sagt Antje Huber.

Autor: Michael Wayand

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