Härtetest bestanden

Rallye Dakar: Trackinglösung von Agheera funktioniert selbst in abgelegensten Gegenden

Rund 9.000 Kilometer, 347 Rennfahrzeuge, von Seehöhe bis in über 4.000 Meter – das war die Rallye Dakar 2016, aus Sicherheitsgründen erneut in Südamerika ausgetragen. Als Fan da den Überblick zu verlieren, ist leicht. Gut, wenn es Blogs mit Echtzeitverfolgung des Rallyeverlaufs gibt, wie den von Ellen Lohr. Die ehemalige DTM-Spitzenfahrerin, jetzt hauptsächlich im Truckrennsport unterwegs, lenkte den Wagen des Mercedes-Presseteams über die sogenannte Servicestrecke – auch die war stellenweise äußerst unwegsam und führte genau wie die Rallye durch Gegenden, in denen Mobilfunknetze und Internetzugang eher Glückssache sind. Rallyeenthusiasten ließ Lohr trotzdem tagtäglich auf ihrer Webseite am Geschehen teilhaben. Wichtig dabei: ein akkurater Überblick über den aktuellen Standort. Denn nur so können die Fans tatsächlich nachvollziehen, welchen geographischen Herausforderungen die Teams begegnen. Einfacher gesagt als getan, denn ein GPS-Sender alleine reicht hier nicht aus. Vielmehr müssen eine Vielzahl verschiedener Elemente wie Zahnräder ineinander greifen – von der Hardware über Mobilfunkverbindungen, Roaming, IT-Systemen der Hersteller bis hin zur Integration ins eigene Portal. Dabei sind alle Komponenten in der Regel heterogen, denn einen einheitlichen Standard suchen Nutzer in der Welt der Echtzeitverfolgung vergebens, egal ob es sich um die Standortinformationen von Rallyefahrzeugen handelt oder um die von wichtigen Warensendungen.

Klein, aber oho

Ellen Lohr (stehend, mitte) und das Mercedes-Pressetam bei der Rallye Dakar 2016. [Foto: Ellen Lohr]
Ellen Lohr (stehend, Mitte) und das Mercedes-Presseteam bei der Rallye Dakar 2016. [Foto: Ellen Lohr]

Die Lösung für diesen Wirrwarr verschiedener Systeme liefert die Troisdorfer Firma Agheera, Tochterunternehmen von Deutsche Post DHL. Das Unternehmen realisiert Telematiklösungen unabhängig von der Vielfalt der verwendeten Einzelkomponenten. Alle vorhandenen Informationen werden dabei konsolidiert und auf einer eigens dafür programmierten Plattform zum Abruf bereitgestellt. Darüber hinaus bietet Agheera aber auch eigene Hardware an. Im Fall der Rallye Dakar hatte das verwendete Gerät gerade einmal die Größe einer Streichholzschachtel, meisterte aber alle Herausforderungen problemlos. Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als ideal. „Wir mussten uns mit teils sehr harschen äußeren Bedingungen herumschlagen. Monsunartige Regenfälle, extreme Hitze und große Höhen machten uns zu schaffen. Aber das Trackingsystem hat allen Widrigkeiten zum Trotz ständig und ohne jeden Ausfall funktioniert“, beschreibt Ellen Lohr die Zuverlässigkeit des Gerätes.

Entsprechend stolz ist auch Agheera-Geschäftsführer Christoph Keisers: „Die Rallye Dakar ist weder für Mensch noch für Material ein Zuckerschlecken. Wir waren zwar überzeugt, eine solide Lösung zu haben, aber der Beweis ist natürlich noch schöner“. Begonnen hat die Zusammenarbeit mit Ellen Lohr übrigens mit einer Begegnung beim Deutschen Telematikpreis im November 2015. Agheera gewann dort mit einem Anwendungsbeispiel für die Verfolgung von 20.000 Wechselbrückensystemen der Deutschen Post. „Wir kamen dabei mit Ellen Lohr ins Gespräch und so entstand die Idee, ihren Rallyeblog mit Echtzeit-Standortdaten anzureichern. Die Anbindung an unser System war in kürzester Zeit gemacht“, so Keisers weiter.

Einheitliches Portal

Sämtliche Trackingdaten aus dem Software-Portal von Agheera lassen sich mit nahezu jedem System weiterverarbeiten. „Am Markt gibt es wahnsinnig viele verschiedene Trackinggeräte, die jeweils ihre eigenen Datenformate verwenden“, sagt Agheera-Chef Keisers. „Auf unserer Plattform können wir nahezu alle diese Geräte integrieren, so dass der Kunde letztlich nur eine Schnittstelle braucht, um immer informiert zu sein – die zu uns.“

Autor: Kai Ortmann

Ähnliche Artikel