Nuss-Import ohne Zollprobleme

DHL FoodLogistics, eine Geschäftseinheit von DHL Freight, übernimmt für den türkischen Kunden Tadım die Einfuhr seiner Nusswaren nach Deutschland. Die Zollabwicklung hat Tücken.

„Sonnenblumenkerne sind das stärkste Produkt unseres Kunden. Ich bin auch schon Fan der türkischen Knabberei. Auf meinem Schreibtisch steht jetzt öfter eine Schale mit gerösteten und gesalzenen Kernen“, sagt Christian Forschner. Der Niederlassungsleiter von DHL FoodLogistics München betreut seit drei Jahren den Nüsseproduzenten Tadım aus der Türkei und ist mit der Zusammenarbeit mehr als zufrieden. „Tadım ist für uns ein Wachstumskunde“, so Forschner.

Nüsse für ganz Europa
DHL FoodLogistics in München macht den überwiegenden Anteil seines Zollgeschäftes mit der Einfuhr von Produkten für den sogenannten Ethnomarkt. Das sind importierte Waren, die hauptsächlich in türkischen, asiatischen oder indischen Supermärkten verkauft werden. Das Besondere bei Tadım: Der Kunde führt seine Rohware (Sonnenblumenkerne, Pistazien, Kürbiskerne, Mandeln, Erdnüsse, Maiskörner oder Haselnüsse) aus der Türkei ein, produziert die Artikel aber im eigenen Werk im nordrhein-westfälischen Emsdetten. Rösten, verpacken, kommissionieren – alles findet in Deutschland statt. Von hier aus werden die Kunden in ganz Europa beliefert.

Tadim Food-Import aus der Türkei
Das Herz der Firma: der Röstofen. Nach jeder Röstung einer bestimmten Sorte wird der Ofen komplett gereinigt.

Strenge Einfuhrkontrollen
Für den 42-jährigen Forschner und sein Team aus 13 Mitarbeitern fängt die Herausforderung aber schon bei der Einfuhr an. Bei der Einfuhr von Lebensmitteln herrschen strenge Sicherheitsvorschriften.

  • Pistazien können zum Beispiel durch das Schimmelpilzgift Aflatoxin belastet sein und für den Menschen lebensgefährlich werden. Bei der Probe vor der Verzollung dürfen die Grenzwerte nicht überschritten sein. Denn sonst muss die Ware zurückgeschickt oder vernichtet werden.
  • Beprobungen können bis zu drei Wochen dauern. Da kann es für den Kunden eng werden, wenn die Rohware nicht rechtzeitig im Werk angeliefert wird.
  • Logistiker müssen flexibler agieren als früher. Zum Beispiel verschieben sich durch den Klimawandel Erntezyklen und damit die Transportplanung.

Logistiker müssen flexibler agieren als früher. Zum Beispiel verschieben sich durch den Klimawandel Erntezyklen und damit die Transportplanung.

Christian Forschner,
Niederlassungsleiter von DHL FoodLogistics München, knabbert gern türkische Sonnenblumenkerne.

Kunden langfristig binden
Wichtig, so Forschner, sei zudem: dem Kunden zuzuhören, ihn zu verstehen und Lösungen zu finden. „Natürlich gibt es Grenzen, aber es geht darum, innerhalb dieser Grenzen Ideen zu entwickeln und Möglichkeiten aufzuzeigen.“ Diese Arbeitsweise funktioniert bestens.

Die Importe nehmen zu:

  • Die Ethnomärkte in Deutschland und der gesamten EU wachsen.
  • 2017 fertigte DHL FoodLogistics München für Tadım 134 Sendungen ab. 2018 waren es 269 Sendungen. Die Sendungsmengen für 2019 sind vielversprechend.

Erfolgreich zertifiziert
Tadım ist mittlerweile auch IFS-zertifiziert (International Featured Standards). IFS ist eines der weltweit meistgenutzten Lebensmittelsicherheitszertifikate. Es steht für hohe Hygienestandards, gewährleistet mit dem Kunden vereinbarte Spezifikationen und sichert die gesetzlichen Vorgaben zu. Forschner: „Viele Geschäftspartner setzen das IFS-Zertifikat bei einem möglichen Vertragsabschluss zwingend voraus.“

Kulturaustausch per Handelsgut
Tadım besitzt zudem das Koscher-Zertifikat, weil der Nüsseproduzent vermehrt auch nach Israel exportiert. „Es ist einfach schön, dass Kulturen zueinanderfinden und wir ein Teil davon sind“, sagt Forschner und lächelt.


Weiterführend

Autor: Canan Doğan

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