Die Terminal-Klassifizierung optimiert den Betrieb

DHL Freight nimmt seinen kompletten Betrieb unter die Lupe. Wie sehen Arbeitsprozesse aus? Wie gut sind Mitarbeiter darüber informiert? Die Terminal-Klassifizierung hilft, den Status quo an den Standorten festzustellen. Gelegentlich mit überraschenden Erkenntnissen.

Es geht um Gold, Silber oder Bronze

Das DHL-Projekt Terminal-Klassifizierung funktioniert in etwa so: Jede Niederlassung richtet einen 360-Grad-Blick auf den gesamten Standort, um Soll- und Istzustand miteinander zu vergleichen. Per Fragenkatalog werden alle wichtigen Bereiche abgedeckt:

  • Produktivität,
  • Qualität,
  • GoGreen,
  • First Choice,
  • Ausehen des Terminals.

Die Terminalleiter stufen sich im ersten Schritt selbst ein. Dann kommen interne Auditoren ins Spiel und überprüfen die eingereichten Antworten. Je nach Bewertung erreichen die Terminals einen Gold-, Silber- oder Bronzestatus.

Der Ansporn: die Superklassifizierung

„Klar haben wir anfangs die Frage gehört, warum noch ein Audit durchgeführt werden muss. Die Terminal-Klassifizierung ist als Komplettprojekt ein nachhaltiges, erfolgreiches Werkzeug und daher keine Eintagsfliege“, sagt Annika Scharbert, Global Quality Management, DHL Freight. Im Vergleich zu den klassischen Audits für ISO-Zertifizierungen deckt die Terminal-Klassifizierung Freight-spezifische Anforderungen ab – sie ist also eine Art interne Superzertifizierung.

Annika Scharbert DHL Freight „Im Kern geht es darum, sich zu verbessern.“

Annika Scharbert, Global Quality Management, DHL Freight, möchte, dass sämtliche Mitarbeiter immer alle Anforderungen im Blick haben.

Aha-Erlebnisse

Brian Moreno Sanchez Hansen, Terminalleiter am Standort Taulov in Dänemark, kann diese Herangehensweise bestätigen. „Die Klassifizierung ist für uns eine großartige Gelegenheit, tief in unseren täglichen Betrieb einzutauchen und uns zu fragen: Was denken wir, wie gut wir sind, und wie gut sind wir tatsächlich?“ Hansen berichtet von Aha-Erlebnissen bei der Implementierung des Projektes. „Was mich am meisten überrascht hat, war, dass einige unserer Schlüsselprozesse, von denen wir dachten, dass sie von allen verstanden würden, beispielsweise unseren neueren Mitarbeitern praktisch unbekannt waren.“

Nachholbedarf erkennen

Hansens Standort erlangte Bronze. „Nach der Bewertung war meinem Managementteam und mir klar, dass unsere schriftlichen Prozesse alle den Exzellenzstandards von DHL entsprechen. Wir haben uns entschieden, unsere Mitarbeiter zu schulen, um sicherzustellen, dass sie alle unsere Schlüsselprozesse im Terminal kennen“, sagt Hansen. Sein Weg: Ein externer Fachmann bildete innerhalb eines Monats zehn Mitarbeiter, darunter Teamleiter und Terminalarbeiter, zu zertifizierten Trainern aus. Seit Mai werden so alle Mitarbeiter regelmäßig geschult

Leistungsstandards optimieren

Die ersten Früchte fährt Freight schon ein. „Freight ist ein heterogenes Netzwerk, das ist historisch begründet“, erklärt Annika Scharbert. „Unser Gesamtziel war daher, die Standardisierung weiter voranzubringen und mit der Klassifizierung auf ein stabiles Leistungsniveau zu kommen.“ Darum widmete sich ein ganzes Team der Weiterentwicklung der Standorte, gestärkt von Chief Operations Officer Thomas Vogel.

Bei allen Mitarbeitern präsent

Heute ist die Terminal-Klassifizierung bei Freight in aller Munde. „Unser Wunsch ist es zudem, dass die Anforderungen irgendwann stets in den Köpfen präsent sind“, sagt Annika Scharbert. Durch die Terminal-Klassifizierung wird das leichter, denn sie bedeutet eine Formalisierung der internen Anforderungen und einen guten Ansporn.

Terminal-Klassifizierung in Gold, Silber, Bronze
Die Standorte verbessern ihre Standards durch die Terminal-Klassifizierung in Gold, Silber und Bronze.

Die Terminal-Klassifizierung in Zahlen

  • 2018 haben an der Klassifizierung 129 von 208 Terminals teilgenommen.
  • Es gab 71-mal Bronze, 20-mal Silber sowie – für die Standorte in Maintal und Koblenz (Deutschland) – zwei Goldauszeichnungen.
  • 2019 haben bereits 78 Terminals teilgenommen.
  • Momentan laufen die Re-Audits, um zu schauen, ob die Folgemaßnahmen umgesetzt wurden.
  • 70 Auditoren arbeiten für das Projekt, die extra für den Einsatz vor Ort geschult wurden.
  • Die Auszeichnungen werden für zwei Jahre vergeben.

Weiterführend

Autor: Canan Doğan

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