„Die Automobilindustrie braucht maßgeschneiderte Lieferketten“

Die Digitalisierung der Lieferketten, vielfältige Antriebe und der Klimaschutz wälzen die Automobilindustrie um. Stefan Brunner, Vice President, Global Sector Head Automobility bei DHL Freight, erläutert, warum sich DHL gerade jetzt als Provider of Choice erweist.

Wie wichtig ist der Sektor Automobilindustrie für DHL Freight?
Der Auto-Mobility-Sektor ist in der DHL-Freight-Sektor-Familie der größte Einzelsektor und befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Das belegen

  • mehr als 200 Terminals in 50 Ländern,
  • der Transport von täglich mehr als 20 Millionen Kilogramm Fracht mit einem Volumen von gut 125.000 Kubikmetern,
  • mehr als 50 OEMs und Zulieferer aus der Automobilbranche als Kunden,
    Tendenz steigend.

Wo wird Wachstum sichtbar?
Wir haben den Auto-Mobility-Sektor in die Marksegmente Passenger Vehicles, Commercial Vehicles, Component Manufactures und Tires aufgeteilt. In allen diesen Bereichen waren wir in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich in puncto Neugeschäft und Ausbau bestehender Kundenverbindungen.

Ein konkretes Beispiel?
Ein herausragendes Beispiel ist die Erweiterung der Partnerschaft mit BMW. DHL Freight bietet dem Unternehmen für seine Lieferketten eine maßgeschneiderte „Connected Supply Chain“-Lösung mit durchgängiger Transparenz und Kontrolle über sämtliche Logistikprozesse in 17 europäischen Ländern. Darüber hinaus haben wir unsere Geschäftsbeziehungen zu weiteren namhaften OEM und Teilezulieferern weiterentwickelt und ausgebaut. Für diese positive Entwicklung zeichnete der Konzern uns als DHL Freight Auto-Mobility-Team mit dem CEO Award in Bronze als Provider of Choice aus.

Unsere Kunden erwarten von uns in den nächsten Jahren die Visualisierung der Lieferketten, flexible Transportketten, CO2-Reduzierung und GoGreen.

Stefan Brunner, Vice President, Global Sector Head Auto-Mobility, DHL Freight

Worauf kommt es an?
Der wichtigste Grund für den Erfolg im Auto-Mobility-Sektor ist, dass wir über die Unternehmensbereiche Sales, Operations, IT, Solution Design, Pricing, Implementierung und Finanz als Team funktionieren und wissen, was Auto-Mobility für unsere Kunden bedeutet: das richtige Teil zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu haben. 

Verspricht die Sparte, ein Wachstumszweig für DHL zu bleiben?
Im Rahmen der Strategie-Entwicklung fand in diesem Mai ein zweitägiger Auto-Mobility-Workshop statt. Er hat aufgezeigt, was unsere Kunden in den nächsten Jahren von uns als Dienstleister erwarten und wie wir uns intern aufstellen müssen, um die Kundenanforderungen zu erfüllen: die Visualisierung der Lieferkette, flexible Transportketten, CO2-Reduzierung und GoGreen.

Welche Trends sehen Sie für die nächsten zehn Jahre?
Die großen Herausforderungen in der Logistik der Automobilindustrie sind:

  • die weitere Produktionsflexibilisierung durch die vielen Antriebsarten vom Verbrennungsmotor über Wasserstoff und E-Motor bis zu Flüssig- und Druckerdgas sowie alles rund um die CO2-Minderung,
  • die Änderung des Kundenverhaltens: Früher war der Besitz eines Autos wichtig – heute ist hingegen New Mobility mit Sharing-Modellen gerade in den Ballungszentren ein Trend,
  • die Digitalisierung, Industrie 4.0, Handelsstreitigkeiten und natürlich der ungeklärte Brexit.

Den Klimaschutz halte ich für die größte Zukunftsaufgabe. Ja, hier muss man mehr tun, als nur zu diskutieren.

Stefan Brunner hat den Klimaschutz täglich auf der Agenda.

Welchen Einfluss hat DHL auf die Entwicklungen in der der Logistik in der Automobilindustrie?
DHL Freight sieht sich als Innovator, was die Digitalisierung der Lieferketten und anderer Prozesse angeht.

  • Zurzeit befinden wir uns in der Implementierung des neuen Transportmanagementsystems EVO.
  • Der Intermodalverkehr wird für uns eine immer größere Rolle spielen.
  • Was Emissionssenkungen angeht, denke ich, dass wir als DHL Freight mit GoGreen und entsprechenden Projekten wie E-Trucks und neuen Antrieben, etwa per Flüssiggas, auf dem richtigen Weg sind.

Den Klimaschutz halte ich für die größte Zukunftsaufgabe. Seit Greta Thunbergs Schulstreiks für das Klima ist dies durch meine Kinder jeden Tag bei uns zu Hause auf der Agenda. Ja, hier muss man mehr tun, als nur zu diskutieren.


ZUR PERSON

Der Speditionskaufmann und Wirtschaftsingenieur für Transportwesen und Logistik Stefan Brunner ist der verantwortliche Vice President, Global Sector Head Auto-Mobility, DHL Freight. Seit mehr als 20 Jahren ist Stefan Brunner im Bereich der globalen Logistik für die Automobilindustrie zu Hause. Privat steht für ihn und seine Familie der Sport im Vordergrund. Seine große Leidenschaft ist der Fußball: Hier engagiert er sich als Kicker, Fan, Vater und Vereinsvertreter.

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Autor: Rick Demarest

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