Das Jahr der Entscheidung

DHL-Studie: Energiegesellschaften müssen mehr kooperieren

Die Energiebranche erlebt zurzeit eine der größten Veränderungen in der jüngeren Geschichte. Historische Tiefpreise bei Rohöl und Erdgas, die Schiefergasrevolution in den USA und der weltweite Anstieg der erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stellen insbesondere Öl- und Gasunternehmen vor große Herausforderungen.

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Eine aktuelle DHL-Studie hat untersucht, wie sich Unternehmen an das schwierige Marktumfeld anpassen können. Wichtige Ansatzpunkte hat die Studie in der Erhöhung der Transparenz und der Optimierung der Lieferketten identifiziert.

„Auch wenn sich die Branche mit enormen Herausforderungen konfrontiert sieht, bieten sich den Unternehmen sowohl im Bereich herkömmlicher als auch erneuerbarer Energien eine Vielzahl von Chancen. Wie unsere Umfrage ergeben hat, gibt es gerade im Hinblick auf effiziente, gut organisierte Lieferketten noch Verbesserungspotenzial“, erklärt  Steve Harley, der den Energiesektor von DHL Customer Solutions & Innovation leitet. „Die Lieferketten konventioneller und erneuerbarer Energien gleichen sich in Bezug auf Projektgröße, Fördergebiete und Dienstleister immer mehr an. Dies bietet die Möglichkeit, voneinander zu lernen und Know-how auszutauschen.“

Kooperationen bringen Win-win-Effekte

40 Prozent der Logistikmanager in Öl- und Gasunternehmen halten die Transparenz der Lieferketten im eigenen Unternehmen für unzureichend. Die Autoren der Studie empfehlen, die Logistik zentral zu koordinieren. Voraussetzung dafür ist, dass die Lieferketten weltweit entsprechend verfolgt und überwacht werden. Im Ergebnis ließen sich dadurch Betriebskosten senken und das Materialmanagement verbessern, beispielsweise indem Bestände zentral gelagert werden. Auch Kooperationen innerhalb der Branche – durch die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen oder einen aktiven Wissenstransfer – könnten Win-win-Effekte erzeugen. Als Positivbeispiel führen die Autoren der Studie den Ölschieferabbau in den USA an. Durch die Standardisierung von Prozessen habe sich die Produktivität seit 2007 um mehr als 30 Prozent erhöht.

Die Realität in vielen Unternehmen der Branche sieht aber noch anders aus – auch das belegt die Studie. Zwar sind 73 Prozent der Entscheidungsträger in der Branche der Meinung, dass mehr Offenheit wichtig ist. Kooperationen mit Wettbewerbern stehen aber nur 13 Prozent positiv gegenüber.

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„Gerade in Bezug auf die Lieferketten wird das Jahr 2016 über den Erfolg oder Misserfolg des Energiesektors entscheiden. Führt man sich die Marktentwicklung bei Erdöl- oder Gasgesellschaften vor Augen, so gibt es mittlerweile kaum noch Spielraum für betriebliche Ineffizienzen. Fehlende Transparenz bei den Beständen oder dem Ressourceneinsatz sowie dezentrale Steuerungssysteme müssen der Vergangenheit angehören – insbesondere bei der Gewinnung von Energierohstoffen, wo die Margen derzeit extrem knapp oder de facto nicht vorhanden sind“, so die Bilanz von Steve Harley.

Weiterführend

Autor: Stephanie Leuwer

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