Aussenposten mit Potenzial

Kroatien ist das Tor der EU zum Balkan und somit ein wichtiges Transitland, welches aber nur wenig eigene Industrie hat. DHL Freight Kroatien hat sich dementsprechend aufgestellt und setzt stark auf Sammelgut und lokale Distribution.

Ivan Posavec, Managing Director DHL Freight Croatia [Foto: DHL]
Ivan Posavec, Managing Director DHL Freight Kroatien  [Foto: DHL]

Seit 2013 ist Kroatien die Außengrenze der Europäischen Union auf dem Balkan. Von den Auswirkungen der Balkankriege hat sich das Land zum jetzigen Zeitpunkt längst noch nicht vollkommen erholt. Für die Wirtschaft war der Beitritt zur Gemeinschaft daher ein deutlicher Schub. Auch für Transportlogistiker wie DHL Freight ist dadurch einiges leichter geworden, dennoch sind die Rahmenbedingungen vor Ort strukturell nicht einfach. Der Fokus der Wirtschaft liegt auf dem Dienstleistungs- und Tourismussektor, wobei die industrielle Produktion nur 32 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Trotzdem sieht Ivan Posavec, Managing Director DHL Freight Kroatien, ein großes Marktpotenzial: „Die Randlage Kroatiens in der EU bietet eine Menge Möglichkeiten, die noch längst nicht komplett ausgereizt sind. Unsere Erfahrungen vor allem in den Bereichen Zollabfertigung und -beratung sind sehr gefragt, dies wird in Zukunft noch zunehmen.“

In Zahlen: DHL Freight Kroatien

 

  • 5 Terminals
  • 25 Mitarbeiter
  • 35 Fahrzeuge
  • Tägliche Verbindungen zu europäischen Ländern im Export und Import sowie wöchentliche mit Bosnien und Herzegowina

Breites Netzwerk

DHL Freight Kroatien betreibt ein internationales Terminal am Hauptsitz in Sveta Nedelja nahe Zagreb. Von dort ist über die Services DHL Freight EuroConnect und Euroline eine Lieferung an Ziele in ganz Europa möglich. Für den Inlandsumschlag stehen vier über Subunternehmen bediente nationale Terminals in Rijeka, Zadar, Split und Slavonski Brod zur Verfügung. Strukturbedingt sind Einzelaufträge mit großen Frachtvolumina eher selten, für Umsatz sorgen stattdessen viele kleine Sendungen. „Wir sind auf Grund der Marktsituation inzwischen Spezialisten für die Zusammenstellung von Sammelgut geworden. Das erfordert zwar viel Einsatz der Mitarbeiter, macht aber gleichzeitig auch Geschäftsbeziehungen mit abgelegenen Kunden möglich, zum Beispiel auf den kroatischen Inseln“, so Ivan Posavec.

Großprojekte für die Leinwand

Größere Transportprojekte gibt es aber natürlich auch: Die Landschaft in Kroatien ist nach dem Ende der Balkankriege wieder ein beliebtes Filmmotiv, bereits zwei Mal beauftragte das Filmstudio WAM DHL Freight mit dem Straßentransport der Ausrüstung für Blockbuster. 2016 transportierten die Logistikexperten alles Notwendige für den Dreh von „Star Wars: Episode VIII – The last Jedi Movie“ und 2017 wurde das Set für „Mama Mia! Here we go again“ auf die Lkw geladen. Aktuell steht zur Abwechslung einmal ein Auftrag aus der Industrie im Fokus, nämlich die Partnerschaft mit Pro-klima. DHL Freight Kroatien fährt die Klimaanlagen für den Flughafen in Dublin, ein Porsche-Werk in Deutschland, ein Renault-Werk in Rumänien sowie die Magna-Fabrik in Slowenien.

Positiver Ausblick

Ivan Posavec sieht den Standort weiter auf gutem Weg: „Wir haben hoch motiviertes Personal, das die Weiterentwicklung des Unternehmens absolut in den Vordergrund stellt. Von daher glaube ich, dass wir trotz Fachkräftemangel und starker Konkurrenz hier am Markt nicht nur bestehen, sondern in Zukunft noch stärker werden.“ Die Voraussetzungen sind vorhanden, denn die Experten des Internationalen Währungsfonds erwarten in den kommenden Jahren für Kroatien Wachstumsraten von 2,5 Prozent und mehr.

Weiterführend

Autor: Kai Ortmann

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